Schwarzer Wein in grünen Schläuchen

Ein Kommentar zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Die Grünen stehen mal wieder als strahlender Wahlsieger da. Bei genauerem Hinsehen ist ihr Erfolg allerdings nicht ganz so glänzend, wie er auf den ersten Blick aussieht. Auch hält die grüne Fassade längst nicht mehr das, was sie verspricht.

Wer die Grünen nicht gewählt hat

Ausschluss breiter Wählerschichten

Häusle- und Windrädle-Bauer

Hipper Konservativer

Wahlhilfe anderer Parteien für die Grünen

Grüner Kampf gegen die Natur

Windkraft- als Wachstumsförderung

Nachhaltiger Klimaschutz

Mediale Förderung der grünen Fassade

Nachweise

Wer die Grünen nicht gewählt hat

Die Landtagswahlen sind mal wieder in eine grüne Jubel-Orgie gemündet. Zugewinne auf hohem Niveau in Baden-Württemberg! Partei mit den höchsten Zugewinnen in Rheinland-Pfalz! Der grüne Sieges-Zug scheint ungebremst in Richtung Machtübernahme im Bund zu düsen.
Allerdings: Es ist alles eine Sache der Perspektive. Der grüne Durchmarsch erscheint zum Teil auch schlicht wegen der bei uns üblichen Zahlenpräsentation als solcher. Nimmt man nicht die Zahl der abgegebenen Stimmen (1), sondern die absolute Zahl der Wahlberechtigten zum Maßstab (2), einschließlich der Nichtwähler, so ergibt sich: Rund 80 Prozent der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg haben den Grünen nicht ihre Stimme gegeben. In Rheinland-Pfalz beläuft sich diese Zahl gar auf über 96 Prozent!
Dies relativiert die Wahlerfolge deutlich. Breite Zustimmung sieht anders aus. In Baden-Württemberg gilt dies sogar dann, wenn man die Stimmen von CDU und Grünen addiert. Hier ergibt sich ein Zustimmungswert von lediglich einem Drittel der Wahlberechtigten (35,8 Prozent). Auch daraus lässt sich nicht der Anspruch ableiten, „durchregieren“ zu können.

Ausschluss breiter Wählerschichten

Die scheinbare Deutlichkeit des Wahlerfolgs der regierenden Parteien liegt so zum einen an einer verzerrten Präsentation der Ergebnisse. Zum anderen beruht sie auch darauf, dass ein nicht unbedeutender Anteil der Stimmen durch die 5%-Hürde schlicht unter den Tisch fällt. In Baden-Württemberg bleiben etwa sowohl die 173.295 Linken-Wähler als auch die 146.193 Wahlberechtigten, die sich für die Freien Wähler entschieden haben, draußen vor der Tür. Hätte man diesen die Möglichkeit einer Ersatzstimme eingeräumt, sähe das Ergebnis anders aus.

Häusle- und Windrädle-Bauer

Dennoch steht natürlich außer Frage, dass den Grünen insbesondere in Baden-Württemberg ein phänomenaler Wahlerfolg geglückt ist. Dass dies ausgerechnet in einem der strukturkonservativsten deutschen Bundesländer geschieht, erscheint auf den ersten Blick erstaunlich. Auf den zweiten Blick wird allerdings deutlich, dass dies einer fast schon unwiderstehlichen Logik folgt.
So wurden Wirtschaft und Umwelt/Klima in Wählerbefragungen als wichtigste Themen für die Wahlentscheidung genannt. Die Grünen sind nun aber die Partei, die am stärksten für eine Verknüpfung dieser beiden Bereiche steht. Die „Versöhnung von Ökologie und Ökonomie“ ist einer ihrer Leitgedanken. Dies kommt gerade im baubegeisterten Ländle gut an. Außer Häusle bauen wir jetzt eben auch Windrädle, da klingelt die Kasse der Baubranche gleich doppelt.

Hipper Konservativer

Daneben ist der Partei noch ein weiterer Spagat gelungen. Sie schafft es, sich als hip und zukunftsorientiert zu verkaufen, während gleichzeitig Winfried Kretschmann den Wiedergänger von Erwin Teufel gibt: dieselbe Leierkastensprache, dieselbe Honoratioren-Schwäbelei, dieselbe Feiertags-Volkstümlichkeit. Da fühlt sich auch der bedächtigste Ländle-Bewohner angesprochen. Alle anderen sind vor Satzende längst eingeschlafen, so dass unklar bleibt, wofür der neue Landesvater eigentlich steht.
Mit anderen Worten: Kretschmann ist für viele der authentischere Konservative. So ist es auch nicht erstaunlich, dass die Grünen bei der Wählerwanderung die größte Morgengabe (70.000 Stimmen) von ehemaligen CDU-Wählern erhalten haben.

Wahlhilfe anderer Parteien für die Grünen

So viel Erfolg erzeugt natürlich Neid. Die Folge: Die anderen Parteien versuchen, die Grünen zu kopieren. Was dabei herauskommt, sind allerdings nur bedauernswerte Zwitter-Kreaturen, die in keiner Welt mehr richtig zu Hause sind.
Langfristig erfolgversprechender ist es, sich zu den eigenen Wurzeln zu bekennen und daraus Kraft zu saugen. Eben darauf scheint der Erfolg der Sozialdemokratin Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz zu beruhen. Ihr ist es gelungen, das Thema soziale Gerechtigkeit konsequent in den Vordergrund zu stellen. Dieses hatte denn auch in den Wählerbefragungen die höchste Priorität.
Allerdings kann auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin es sich nicht verkneifen, die wirtschaftsfreundliche Klimapolitik der Grünen nachzuahmen. Nicht zuletzt darauf lässt sich der Stimmenzuwachs der Grünen bei den jüngsten Landtagswahlen zurückführen. Wer grüne Ziele vertritt, muss sich nicht wundern, wenn dies an der Wahlurne als Werbung für die Grünen verstanden wird.

Grüner Kampf gegen die Natur

Habe ich gerade „grüne Ziele“ gesagt? Sorry, da bin wohl auch ich der Grünen-Propaganda auf den Leim gegangen. Denn natürlich sind die Grünen-Ziele in Wahrheit alles andere als grün.
Mittlerweile sind wir ja schon so weit, dass wir die Natur vor den Grünen schützen müssen. Besonders deutlich wird dies in Hessen, wo Priska Hinz und Tarek Al-Wazir (Ministerien für Umwelt bzw. Wirtschaft) praktisch vorführen, was unter der „Versöhnung von Ökologie und Ökonomie“ konkret zu verstehen ist. Per Verwaltungsvorschrift wollten sie den Vorrang der Windkrafterzeugung vor dem Artenschutz festlegen lassen. Es bedurfte eines Machtworts des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, um dem Amoklauf gegen die Natur einen Riegel vorzuschieben (3).
Übrigens könnte auch hierin ein Grund für den Erfolg Winfried Kretschmanns in Baden-Württemberg liegen. Zwar predigt er ständig mehr Windenergie und pflegt so die einträglichen Verbindungen zur Windkraftlobby. Andererseits ist er bislang davor zurückgeschreckt, die proklamierte Umwandlung aller Landschaften in Aufstellflächen für Windkraftanlagen flächendeckend umzusetzen.
In Hessen und Rheinland-Pfalz überträgt sich die Gier der Windkraft-Barone dagegen ungefiltert in die Politik der grünen Ministerien. Nicht zuletzt die systematische Transformation von einer Region wie dem Hunsrück in ein gigantisches Windstrom-Kraftwerk dürfte für die Stimmenverluste der Grünen bei den vorangegangenen Wahlen in Rheinland-Pfalz verantwortlich sein.

Windkraft- als Wachstumsförderung

Der Erfolg der Grünen steht und fällt so mit der Frage, inwieweit es ihnen gelingt, die desaströsen Auswirkungen ihrer Saubermann-Politik zu verschleiern. Der Großteil ihrer Wähler lebt nicht etwa deshalb in den Städten, weil dort die intellektuelle Avantgarde zu Hause ist. Der Grund dafür ist vielmehr, dass dort die zerstörerischen Auswirkungen des Windkraftausbaus nicht so sichtbar sind wie auf dem Land.
Letztlich geht es bei der Förderung der Windenergie eben nicht um eine „Versöhnung von Ökologie und Ökonomie“, sondern um die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen mit dem erpresserischen Verweis auf die angeblich nur so mögliche Rettung des Klimas, der Menschheit, der Welt, unserer Galaxie, des Universums …
Die Förderung von Windkraftanlagen folgt somit ganz jener Wachstumslogik, die uns erst in unsere derzeitige desaströse Lage gebracht hat. Die Alternative zu dieser Logik heißt deshalb nicht „anderes“ Wachstum, sondern: Suffizienz! Abkehr von der Wachstumsspirale, stattdessen schonender, sparsamerer Umgang mit den Ressourcen.

Nachhaltiger Klimaschutz

Auf diese Weise ließe sich der Klimawandel sehr leicht und viel schneller eindämmen als durch Wachstumsförderungsgesetze gleich welcher Art. Bereits eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr um 12 Prozent würde ebenso viel Energie einsparen, wie alle derzeit ca. 30.000 deutschen Windkraftanlagen liefern (4). Eine ähnlich positive Auswirkung auf die Klimabilanz hätte ein verbessertes Recycling in der Abfallwirtschaft: Durch eine Verdreifachung der Recycling-Quote bei der Rohstoffnutzung von derzeit 14 auf über 40 Prozent ließe sich ebenso viel Kohlendioxid einsparen wie durch den gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien (5).
Wer wirklich etwas für den Klimaschutz tun möchte, sollte daher in erster Linie für ein Tempolimit auf Autobahnen kämpfen, sich für ein effizienteres Recycling-System engagieren, seinen Fleischkonsum zumindest einschränken (6) und auch nicht jedes Jahr ein neues Smartphone kaufen – kaum etwas ist so energieintensiv wie die Produktion von Silizium für die Speicherchips (7) und die Kühlung der Server.

Mediale Förderung der grünen Fassade

Die angeblich positiven Auswirkungen der Windenergie auf die Klimabilanz beruhen dagegen vor allem auf Taschenspielertricks. So wird etwa gerne das Jahr 1990, als mit dem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft auch der Kohlendioxidausstoß zurückgegangen war, als Referenzjahr herangezogen. Betrachtet man dagegen die Entwicklung der letzten zehn Jahre, so zeigt selbst eine hochoffizielle Grafik des Bundeswirtschaftsministeriums, dass all die vielen neuen Windkraftanlagen die deutsche Klimabilanz nicht positiv beeinflussen konnten (8).
Es gibt hier also eine beachtliche Diskrepanz zwischen Realität und medialer Darstellung. Diese Diskrepanz ist ein wesentlicher Grund für die Wahlerfolge der Grünen. Hieraus ergibt sich auch eine wichtige Aufgabe für Medien, die sich einem investigativ-aufklärenden, die Politik kritisch begleitenden Journalismus verschrieben haben. Anstatt das jugendlich-hippe Image zu übernehmen, das die Grünen von sich selbst zeichnen, sollten sie hinterfragen, worauf dieses beruht und welchen Interessen es in Wahrheit dient.

Nachweise

  1. Zahlen und Statistiken zu den Landtagswahlen entnommen aus:tagesschau.de: Landtagswahl Baden-Württemberg; Landtagswahl Rheinland-Pfalz
  2. Angaben zur Anzahl der Wahlberechtigten:Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Aktuelle Schätzung zur Zahl der Wahlberechtigten vor der Landtagswahl 2021 (10. November 2020); Landtag Rheinland-Pfalz: Statistische Angaben zur Anzahl der Wahlberechtigten für die Wahlperiode 2016 – 2021
  3. Wattenrat.de: Windkraft vs. Artenschutz: Hessische Gerichts-„Ohrfeige“ für zwei grüne Minister; 21. Januar 2021 (mit weiteren Links)
  4. Dubbers, Dirk / Stachel, Johanna / Uwer, Ulrich: Energiewende: Fakten, Missverständnisse, Lösungen – ein Kommentar aus der Physik (PDF), S. 4. Heidelberg, 1. Oktober 2019: Physikalisches Institut der Universität Heidelberg.
  5. Positionspapier des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, hier zit. nach Blees, Christian: Das Müllionengeschäft. Deutschlandfunk Kultur (Zeitfragen), 30. Juni 2020.
  6. Eine gute Übersicht über den Zusammenhang von Fleischkonsum und Erderwärmung bietet die Alber-Schweitzer-Stiftung in einem Übersichtsartikel: Tierprodukte befeuern Erderhitzung.
  7. Hahne, Silke: Lieferengpässe bei Halbleitern. Die Macht der Mikrochips. Deutschlandfunk (Hintergrund), 22. Februar 2021.
  8. Dubbers u.a. (s. Anm. 2), S. 1. (Schaubild des Bundeswirtschaftsministeriums zur Entwicklung der CO2-Emissionen auf S. 1).

Bild: Supzy.mk: Grüne Latexmaske

8 Kommentare

  1. Es ist traurig. Ich habe als Erstwähler in den 90er Jahren die Grünen gewählt, bin sogar in die Partei eingetreten. Das Auftreten des jungen Joschka Fischer mit Turnschuhen im Parlament war eine Offenbarung, ein politischer Hoffnungsschimmer für mich. Gemeinsam hat man gegen Atomkraft, Startbahn West und die Pershings gekämpft… Und jetzt … und schon davor: kein Murren gegen Hartz IV, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, Zustimmung zu Autobahnen … Der Windwahn ohne Abwägung der Folgen und die enge Verfilzung mit der EE-Branche, das Verlassen aller Ideale von Frieden bis Ökologie haben mich bewogen, dieser Partei den Rücken zu kehren. Das ist eine grünangestrichene FDP ….leider ohne deren gelegentliches Aufflackern von Bürgerrechtsgedanken….

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  2. Energier Überall in Europa werden nahezu unkontrolliert Natur- und Kulturlandschaften im Namen der Energiewende durch „Windparks“ (wo ist da der Park?)vernichtet. Das „Gewissen“ hat sich verschoben, und es wird immer grüner, während das lebensspendende Grün selbst aus der Welt verschwindet. Gerechtfertigt wird das neuerdings zugunsten eines wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Pandemie, die Begründung für verkürzte bürokratische Wege für die Bürger, um begründeten Widerspruch einlegen zu können. Doch mit der abgekürzten Bürokratie fällt auch ein bedeutsames demokratisches Recht der Bürgerbeteiligung! Stattdessen wurden auch hier selten genug die Ablehnungen der Gemeinden berücksichtigt und die Pläne gegen den Bürgerwillen umgesetzt! Wer sich mit demokratischen Mitteln wehrt, gilt als rückständig und nicht gesellschaftskompatibel : „Wollt Ihr etwa die Atomkraft zurück?“ „Aber wir sind doch umzingelt davon, kaufen und verkaufen Atomstrom an Nachbarländer, und in China werden Kohle- und Atomkraftwerke gebaut, um für Europa Windkraftanlagen herzustellen“. Man wird nicht ernst genommen, belächelt, lächerlich gemacht, wenn man der Natur mit ihrer bereits stark reduzierten, aber doch noch schützenswerten Artendiversität statt dem Primat wachsender Wirtschaftsprofite den Vorzug gibt, gilt als Klimaleugner und gar als rechtslastig, wenn man seine heimatliche Umgebung vor der Landschaftszerstörung schützen will, als asozial, wenn man die eigene Gesundheit durch Infraschall, Schattenschlag und Blinklichter gefährdet sieht und auch noch den Wertverlust des Grundstücks des einst für die Alterssicherung gedachten, oft lebenslang erarbeiteten Hauses anführt, ja, als romantisch verpeilt, wenn man die Herkunft der verarbeiteten Materialien benennt wie Chile z. B., wo viele Menschen für den Gewinn der für die Rotoren erforderlichen seltenen Erden oder Kupfer für die Speicher ihre Gesundheit, Ihre Heimat, ihr Trinkwasser, ja, ihr Leben frühzeitig verlieren. Mit 31.000 Windkraftanlagen wurden in Deutschland 4% des CO2-Ausstosses eingespart. Wie bitte? So viel Leid und Zerstörungsarbeit für Natur und Mensch….. All das jedoch wird nicht diskutiert mit den Verantwortlichen, allein das „grüne Gewissen“ hat Vorrang, und schließlich gibt es ja „Kompensation“. Da wird in Bayern ein schnell wachsender Wald gepflanzt, dafür, dass man hier lange gewachsene Wälder für Windkraft, Biogasanlagen und Fotovoltaik abholzt und tausenden von Fledermäusen, die in die Nähe der Anlagen geraten, durch die Vibration die Organe zerrissen werden. Authentische Zählungen der geschredderten Vögel sind unmöglich, weil sich bekanntlich in der Nähe von Windanlagen Säugetiere ansiedeln, die hier eine neue Nahrungsquelle finden. Gerade in der Nähe solcher Anlagen liegen dann auch auf den Straßen vermehrt überfahrene Tiere. Kompensation als Ablass – Mittelaltermethoden – Luther lässt grüßen. Auch hier in Vorpommern – im Moldenhauer Bruch als Teil der Friedländer Großen Wiese ( ca. 130 Quadratkilometer großes Niedermoor bei Ferdinandshof )(wo das Soll in MV für „grüne Energie“ längst erfüllt ist und die Leute den höchsten Strompreis zahlen) soll es zahlreiche 230 m hohe Anlagen geben, die als Schaupark und Energiesparproduzent für eine Rotoren-Gussfabrik dienen sollen, obwohl hier über30 gefährdete Vogelarten wie Rot- und Schwarzmilan, See- und Schreiadler ihre Brut- und Nahrungshabitate haben, abertausende von Zugvögeln im Herbst und Frühjahr wenige Meter vom Naturpark Stettiner Haff rasten. Um Unwelt-Verträglichkeitsprüfungen zu vermeiden, die den Bau verzögern können, werden die Bauanträge gesplittet. Ab 20 Anlagen besteht die Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung Bei drei bis fünf Anlagen erfolgt eine standortbezogene, bei sechs bis 19 Anlagen eine allgemeine Vorprüfung Die EU verklagt aber die BRD und wohl auch Griechenland, weil sie die Artenschutzvorgaben nicht eingehalten haben, lassen aber im Vorfeld ungeprüft solche Ausweisungen für Windparks überall zu! Klimaschutz kann nur glaubwürdig und wirkungsvoll sein, wenn es mit Artenschutz deckungsgleich ist – ohne Ausnahme und Kompromisse! Angelika Janz

    Mit besten Grüßen an Dich und Deine tolle Seite A.Janz

    Angelika Janz tEXt bILD Aschersleben 32 17379 Ferdinandshof 039778/20305 janz.a@web.de https://de.wikipedia.org/wiki/Angelika_Janz

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  3. Eine prima Analyse 👍 Das Ganze ist so deprimierend, und es ist schwer, die Zuversicht zu bewahren. Ich fürchte nach dem C-Wahn landen wir direkt in der Ökodiktatur. Kennst du das neue Buch von Werner Kirstein? Sehr lesenswert.

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  4. Zur Öko-Diktatur dieser Brief, den ich an EU-Vertreter heute sandte:
    Lieber Raphael Weyland vom NaBu in der EU,
    Liebe Naturfreunde,

    durch eine Info eines Mitstreiters stieß ich auf die Netzseite dieses vielfach tätigen Pro-Windkraft-Anwaltes und tatsächlich auf diese bedrückende Empfehlung, die wir bitten, SEHR zu beachten und darauf zu reagieren:
    Dass das, wenn man es überhaupt ernst nimmt, ein Selbstschuss ist, ist zu erwarten, kratzt uns aber nicht an, es denn, es ist ein Aufruf zur Gewalt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Rechten in Sachen Windkraft mit den Grünen Parteien gemeinsame Sache machen wollen, die ebenso intensiv für Windkraft einstehen mit der latenten Kohärenz-Bereitschaft, Opfer in Sachen Naturschutz hinzunehmen. Bei aller Veränderung der „grünen Intentionen“: Die Grünen werden sich niemals gemein machen mit den Rechten.

    Jedenfalls hat der Herr Rechts-Anwalt uns eine „einfache-Sprache- Zusammenfassung“ des Europäischen Gerichtsurteils geliefert, an dem viele von uns schon länger knabbern.
    Hier ein Ausschnitt, den wir, bestimmt etwas abgewandelt, auch in unsere Naturschutzargumentationen mit hineinnehmen können (bitte nicht wörtlich), wenn es so weit ist:

    Aus: https://www.maslaton.de/news/Urteil-des-EuGH–Stillstand-im-Artenschutzrecht–Zugleich-ein-offener-Brief-an-die-Windenergiebranche-den-eigenen-Verband-und-an-die-Mandatstraeger-in-allen-Parlamenten-die-die-Energiewende-wollen–n802#In seiner Entscheidung erteilt der EuGH einer abwägenden Populationsbetrachtung eine Abfuhr. Das Gericht hat festgehalten, dass es bei der Prüfung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände nicht darauf ankomme, ob die Population einer Vogelart insgesamt durch ein Vorhaben gefährdet sei, sondern weiterhin der Schutz einzelner Individuen im Fokus stehen müsse. Die Zugriffsverbote seien einer populationsbezogenen Relativierung unzugänglich und werden unabhängig vom Erhaltungszustand der Arten verwirklicht. Das Risiko, ob sich ein Vorhaben negativ auf den Erhaltungszustand der betroffenen Art auswirkt, sei irrelevant für die Prüfung des Tötungsverbots. Mithin ist das Verbot auch weiterhin für diejenigen Arten relevant, die bereits einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben.
    Folglich beharrt der EuGH auf seinem Verständnis von einem individuenbezogenen Schutzansatz und bleibt ohne mögliche Veränderungen hin zu einer Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Populationen in Betracht zu ziehen unter Verweis auf seine bisherige Rechtsprechung untätig.

    Anzumerken ist allerdings, dass in dem Vorabentscheidungsersuchen nicht explizit die Windenergienutzung behandelt wurde, sondern die Genehmigung zur Abholzung eines Waldes in Schweden, in dem auch geschützte Vögel leben. Dennoch muss die Entscheidung des EuGH auch von deutschen Gerichten bei der Prüfung der artenschutzrechtlichen Genehmigungsfähigkeit von Windenergieanlagen beachtet werden, da der EuGH im Vorabentscheidungsverfahren rechtsfortbildend die Inhalte der Richtlinien festlegt.

    Hier das gruselige Zitat zum Schluss, das einen nur fassungslos machen kann, unter „Politische Bewertung“:
    „Angesichts dieser Entscheidung ist zu konstatieren:

    Alle Juristerrei und alle wohl gemeinten Exekutivanstrengungen bleiben letztlich vergeblich – sie werden keinen durchgreifenden Erfolg erzielen!

    Die Änderung der FFH und der Vogelschutzrichtlinie ist nötig und im EU-Parlament auch möglich durch eine diabolische Allianz mit rechtsnationalen Kräften. Biografisch bedingt kann ich diese Allianz nicht fördern

    – rational müssen die dem Klimaschutz und der Energiewende Verpflichteten genau dies tun.

    Änderung der FFH und der Vogelschutzrichtlinie und zwar jetzt!“

    Selbstauskunft zum Anwalt:https://www.maslaton.de/

    Lieber Herr Weyland – was für eine verschwurbelte – was für eine gefährliche politisch-tumbe Haltung! Mit solchen Mitteln soll die Energiewende durchgesetzt werden?! Latent liest man bereits den Aufruf zur Gewalt darin, oder? Sie sollten sich vor allem auch die Adressaten dieses Textes genau ansehen und sich in der Kommission rechtzeitig dagegen wehren!

    Danke fürs Lesen Euch allen!

    Angelika Janz

    Wer sich für die Lobby-Arbeit von Herrn R. Weyland interessiert, hier ein You-tube-Film über seine Arbeit zum Thema „Artensterben“:

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  5. Heute haben wir den PLan erhalten: 680 m vom Dorf weg 7 x 230 m hohe Windräder (projektiert von Enertrag und Enercon), angeblich gegen den Willen der Gemeindevertreter. Mitten im Wald – wenige Meter vom Naturpark Stettiner Haff und keine 100 m von unserem „Naturlehrpfad“ – was für ein Zynismus. TRaurige Ostern.
    Und das bei diesem Naturgeschehen, von uns seit Jahren schon gezählt, fotografiert,kartiert….
    : Blässgans u. Saatgans: 82 Datensätze. Vom Herbst bis Frühjahr sind große nahrungssuchende Scharen anwesend. Maximalzahlen: 21.10.2016 8.500, 26.10.2017 5.000, 24.10.2018 6.000, 27.10.2019 9.000 u. 01.11.2020, ~ 800 Ex.
    Braunkehlchen: 40 Datensätze. 2016-2019 wurden 2-3 BP im Moldenhauerbruch gezählt. Dort sind 2020 keine Bruten bekannt. Im Wolfsbruch 2017 1 BP u. 2020 1 BP mit Brutnachweis mit Jungvögeln. Zunehmend dominiert das Schwarzkehlchen u. verdrängt das Braunkehlchen.
    Kiebitz: 190 Datensätze. Dauerhaft besetzte Reviere, unabhängig vom Bruterfolg, waren: 2016 1, 2017 4 (davon 1 ad. und 3 juv.), 2018 4 (davon 1 ad. und 1 juv.), 2019 5 (davon 1 ad. und 3 juv.) u. 2020 mind. 4 BP. Im Moldenhauerbruch sogar mit Jungvögeln. Bei der intensiven landwirtschaftlichen Produktion überleben die Jungvögel meist nicht. Gastvögel: Maximal wurden gezählt: 17.03.2016 350, u. 19.03.2016, 24.02.2017 1.200 u. 07.11.2017 1.200, 11.03.2018 350, 10.11.2019 350 u. 30.09.2020 60 Ex.
    Kranich: 558 Datensätze. 3 RP sind dauerhaft in Gebiet ansässig. Ein Paar nistet jährlich im Graben im Rohrkolbenbestand des Wolfsbruches. Gastvögel: 17.03.2016 54, 19.11.2017 450, 30.09.2018 160, 04.06.2019 226 u. 06.10.2020 3.500 Ex.
    Mäusebussard: 389 Datensätze. In den Randgebieten der Wälder sind mindestens 4-5 RP zu beobachten. Der Bestand wird vom Kleinsäugern limitiert. Höchstzahlen: 04.12.2016 15, 14.09.2017 5, 09.04.2018 5, 27.06.2019 5 u. 21.04.2020, 22.06.2020 u. 08.07.2020 je 3 Ex.
    Rotmilan: 155 Datensätze. 2 bis 3 RP waren zur Brutzeit anwesend. Der Bestand fluktuiert erheblich, bedingt durch das Vorkommen von Kleinsäugern. Maximalbeobachtungen: 29.07.2016 14, 2017 nur Einzelbeobachtungen, 08.05.2018 5, 27.06.2019 6 u. 24.06.2020 8 Ex. im Moldenhauerbruch.
    Seeadler: 458 Datensätze. E i n BP ist im Revier Bevernteich-Wolfsbruch dau-erhaft ansässig mit wechselndem Bruterfolg. Im Jahr 2020 hat das Paar den Horst gewechselt und ist näher an das Moldenhauerbruch heran gerückt. Die Koor-dinaten des Horstes sind bekannt.
    Dazu Schwarzmilane, Schreidler, Schafsstelze (Brutpaare!)
    Seeadler: 458 Datensätze. E i n BP ist im Revier Bevernteich-Wolfsbruch dau-erhaft ansässig mit wechselndem Bruterfolg. Im Jahr 2020 hat das Paar den Horst gewechselt und ist näher an das Moldenhauerbruch heran gerückt. Die Koor-dinaten des Horstes sind bekannt.
    Maximalbeobachtung: 11.10.2016 2 ad. u. 4 immat. u. 30.11.2016 2 ad. u. 4 immat., 14.10.2017 2 ad. u. 9 immat., 07.12.2018 2 ad. u. 6 immat., 17.10.2019 2 ad. u. 4 immat. u. 29.11.2020 6 Ex. Fast täglich sind Seeadler zur Nahrungssuche im Gebiet zu beobachten.

    Singschwan: 281 Datensätze. Von Oktober bis März verweilen die Vögel auf den abgeernteten Feldern.
    Maximalbeobachtung: 16.11.2016 105 ad. u. 6 immat., 14.11.2017 98 ad., 27.01.2018 45, 19.11.2019 383 ad. 13 immat. u. 11.11.2020 146 ad. u. 10 immat.
    Zwergschwan: 50 Datensätze. Die Art ist meist mit Singschwänen vergesellschaftet. Maximalbeobachtung: 19.11.2016 19 ad. u. 7 immat., 25.02.2017 15 ad. u. 2 immat. 2018 u. 2019 keine Nachweise u. 12.11.2020 12 ad. u. 1 immat. 18 Beobachtungen allein 2020. Die Weltpopulation beträgt ca. 30.000 Individuen. Deshalb haben wir für diese seltene Spezies eine besondere Schutzverantwortung in den Rastgebieten.
    Was können wir jetzt noch tun?

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    1. Das sind wirklich traurige Osternachrichten. Den Projektieren und WKA-Firmen geht es nur um eins: GELD!- Die „Klimaaktivist*innen“ sind meist naiv und haben kaum Einblick in die Konflikte mit dem Naturschutz und die Politik will Aktivität gegen den Klimawandel bewesisen.

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