Lechts und rinks – Kann man sie wirklich nicht velwechsern?

manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum! Ernst Jandls kleines Epigramm lichtung (aus dem Band Laut und Luise, 1966) galt mir lange als reine Unsinnspoesie. Erst in letzter Zeit habe ich angefangen, die Verse auf die sich ‚lichtenden‘ Gegensätze zwischen rechtem und linkem politischem Lager zu beziehen. Text Lechts und…

Gedicht

Gastbeitrag von Ilona Lay: Gedicht über Windkraft und Naturzerstörung Meine Braut Ein geflügeltes Pferd ist meine Braut. Ihre Mähne, glänzend von silbrigem Tang, umflackert sie fledermaushaft, wenn mit dem Sturmwind sie tanzt. Eine trächtige Kuh ist meine Braut. Ihre Augen, zwei blühende Krater, weisen den Weg zu den fruchtbarsten Weiden, zu Gärten mit Früchten, nektarschwer,…

Die Freiheit des Rasenmähenden – Lärm als verfassungsrechtliches Problem

Es ist seltsam: In einer Umfrage des Bundesumweltministeriums kam heraus, dass sich ein sehr großer Teil von Menschen vom Freizeitlärm (z.B. vom Rasenmähen) der Nachbarn erheblich gestört fühlt. Dennoch mähen alle wie verrückt. Dennoch gibt es kaum Beschränkungen oder den Ehrgeiz, ruhigere Geräte zu entwickeln. Diese seltsame Freiheit der Lärmverursacher verlangt nach einer näheren Betrachtung.…

Geistesgift Gier – Zur Genese und Bekämpfung ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse

Immer wieder wird die Öffentlichkeit durch Berichte über skandalöse Zustände in Produktionsstätten global operierender Konzerne in Entwicklungsländern aufgerüttelt. Die Reaktionen sind immer die gleichen: ein Sturm der Entrüstung, der Zorn der Gerechten bricht sich Bahn, begleitet von gekränkten Kommentaren der Liebhaber des jeweiligen Labels – bis die große Wutwelle schließlich langsam wieder abebbt und sich…

Geld und Besitzdenken – Wie die Geldwirtschaft unsere Psyche beeinflusst

Bereits lange vor den großen Finanzkrisen des 20. und 21. Jahrhunderts hat der Soziologe Georg Simmel eine fundierte Analyse der Geldwirtschaft vorgelegt. In seinen Überlegungen zur „Psychologie des Geldes“ (1889) würdigt er zunächst die Erleichterung des Tauschhandels, die sich aus der Existenz eines allgemein anerkannten Tauschmittels ergebe. Nur indem jedem beliebigen Ding im Medium des…

Spiegelbild Fußball – Versuch einer Selbsttherapie

Seit Tagen schon bestimmen die Ereignisse rund um die Fifa die Nachrichten. Selbst das Lieblingsthema masochistischer Nachrichtenkonsumenten – das griechische Schuldendrama – ist davon in den Hintergrund gedrängt worden. Fast könnte man meinen, wir hätten doch eine Weltregierung, so sehr bewegt das Schicksal des Verbandes die Öffentlichkeit. Dabei handelt es sich bei der Fifa, rein…

Der Gestank des Geldes – Zur Steuer(un)moral des Staates

„Pecunia non olet“, „Geld stinkt nicht“ – dies war (sinngemäß) die Begründung, mit welcher der römische Kaiser Vespasian (69 – 79 n. Chr.) die Besteuerung öffentlicher Bedürfnisanstalten rechtfertigte. Das Resultat war allerdings nicht eine phänomenale Vermehrung der Staatsfinanzen, sondern eine Verschlechte¬rung der hygienischen Zustände. Denn die Menschen verrichteten ihr Bedürfnis fortan lieber außerhalb der Bedürfnisanstalten.…