Kategorie: Literatur und Kunst

Aufstand gegen das Leben

Stéphane Mallarmés hermetischer Symbolismus Heute, am 18. März, ist der Geburtstag des französischen Dichters Stéphane Mallarmé (1842 – 1898). Seine Werke sind in einem eigenen geistigen Kosmos verortet, der sich als bewusster Gegenentwurf zur Alltagswelt versteht. Mallarmés Gedichte sind dadurch vielfach nicht leicht zugänglich. Dies gilt allerdings weniger für das Frühwerk, zu dem hier –…

Satire vs. Polemik

Zwei Arten von Lachen Seit Jan Böhmermanns Erdoğan-Sketch tobt in Deutschland ein Kulturkampf um die Satire. Dabei werden allerdings auch Darbietungen mit diesem Etikett versehen, die in Wahrheit alles andere als satirisch sind. Zwei Positionen zur Satire Seit Jan Böhmermanns Erdoğan-Sketch wird in Deutschland über die Satire diskutiert. Die Debatte bewegt sich zwischen zwei Polen.…

Die Liebe, ein Abgrund

Über die Paradoxie von Weihnachten als „Fest der Liebe“ Weihnachten ist in mehrfacher Hinsicht ein paradoxes Fest: Wir feiern es in tiefster Nacht, obwohl Gott doch der Inbegriff des Lichts ist. Wir feiern die Liebe, obwohl wir in einer Welt des Hasses leben. Wir feiern Gottes Ebenbild in unseren Nächsten, obwohl wir eben diese Nächsten…

Elf Thesen zum literarischen Realismus

Begleittext zu einem Projekt auf LiteraturPlanet Vor einer Woche ist auf LiteraturPlanet ein literarisches Experiment gestartet. In 41 Posts wird der erste Teil von Ilka Hoffmanns Roman Der Schattenhändler als Online-Tagebuch veröffentlicht. Der Roman ist der phantastischen Literatur zuzurechnen, die in unserer vom Realismus dominierten Zeit ein – richtig – Schattendasein führt. Als literaturtheoretischer Rahmen…

Die Epiphanie in der Gießkanne

Oder: Pfingsten und Poesie Pfingstgruß von Bruder Norabus – Überarbeitete Fassung 2019 „Plötzlich kam ein Brausen über sie …“: Das biblische Pfingsterlebnis Pfingsten gilt gemeinhin als freudiges Fest. Profanere Zeitgenossen freuen sich auf geistige Genüsse im Biergarten, religiösere Naturen feiern die geistige Vollendung des Erlösungswerkes Christi. Denn an Pfingsten – einer Art Erntedankfest im alten…

Biographisches und autobiographisches Schreiben

Obwohl wir nun schon seit über 50 Jahren vom „Tod des Autors“ raunen, feiern wir noch immer den Kult des Autors. Obwohl wir um die Fallstricke der Selbstwahrnehmung wissen, tun wir noch immer so, als könnten wir uns unzweideutig als ein bestimmtes Ich identifizieren. Obwohl wir die Differenz von erinnertem und sich erinnerndem Subjekt kennen,…

Jacques Prévert – der Poet des Alltags

Der Blumenladen (nach  Jacques Prévert Chez la fleuriste) Rote blaue gelbe Blumen ein Bad in einem Meer aus Düften für ein paar abgezählte Münzen die über die Theke des Blumenladens auf den blütenbetupften Boden rollen um einen Körper den Körper eines Mannes zwischen den duftenden Blumen einen Körper mit gebrochenem Herzen den die Münzen klimpernd…

Chansons magiques

Hexen, Tod und Zauberer im französischen Chanson Gastbeitrag von Baronesse rouge Wer über Hexen redet, muss auch über die Kultur nachdenken, die sie – in unserer westlichen Form- hervorgebracht hat: Über eine Kultur der Technikgläubigkeit, der Unterwerfung der Natur und der Verdrängung von Krankheit und Tod. Eine Betrachtung anhand von französischen Chansons: Text als pdf:…