Schlagwort: Poesie

Windräder, nachts

Nachts, auf einem Hügelkamm, hast du den Eindruck, auf einen gewaltigen Flughafen zu schauen. Von überallher blinken die Begrenzungen der Start- und Landebahnen dich an, unentwirrbar frisst sich ihr Labyrinth in die Dunkelheit. Zuweilen scheint es dir sogar, als wäre dies alles in Wahrheit nur ein einziger monumentaler Landeplatz, der den Messias herabzwingen soll; ihn,…

Die Epiphanie in der Gießkanne

Oder: Pfingsten und Poesie Pfingstgruß von Bruder Norabus Pfingsten gilt gemeinhin als freudiges Fest. Profanere Zeitgenossen freuen sich auf geistige Genüsse im Biergarten, religiösere Naturen feiern die geistige Vollendung des Erlösungswerkes Christi. Denn an Pfingsten – einer Art Erntedankfest im alten Israel – geschah mit den Aposteln das, was laut dem Propheten Joel „am Ende…

Jacques Prévert – der Poet des Alltags

Der Blumenladen (nach  Jacques Prévert Chez la fleuriste) Rote blaue gelbe Blumen ein Bad in einem Meer aus Düften für ein paar abgezählte Münzen die über die Theke des Blumenladens auf den blütenbetupften Boden rollen um einen Körper den Körper eines Mannes zwischen den duftenden Blumen einen Körper mit gebrochenem Herzen den die Münzen klimpernd…

Der Traum als Politikum

Geleitwort zu ‚Träume und Impressionen‘ „Träume und Impressionen“ als Rubrik in einem politischen Blog – das bedarf einer besonderen Erklärung. Natürlich gibt es auch politische Träume. Aber das Träumerische, das Verträumte, die Träumerei – ist das nicht das Gegenteil des politischen Denkens? Wird hierdurch nicht genau jene Flucht vor der Realität, jene Tendenz zum Wegsehen…

Gedicht

Gastbeitrag von Ilona Lay: Gedicht über Windkraft und Naturzerstörung Meine Braut Ein geflügeltes Pferd ist meine Braut. Ihre Mähne, glänzend von silbrigem Tang, umflackert sie fledermaushaft, wenn mit dem Sturmwind sie tanzt. Eine trächtige Kuh ist meine Braut. Ihre Augen, zwei blühende Krater, weisen den Weg zu den fruchtbarsten Weiden, zu Gärten mit Früchten, nektarschwer,…