Der FIFA-Sumpf

Ein Lehrstück in machiavellistischer Machtpolitik

Dass Korruption und Vetternwirtschaft ein fester Bestandteil der FIFA-DNA sind, dürfte mittlerweile zur Allgemeinbildung gehören. Angesichts der Unübersichtlichkeit des FIFA-Sumpfes kann ein ordnender Blick in die Mauschelbrühe aber dennoch hilfreich sein.

Dreikampf um die Macht im Fußball

Die FIFA ist schon lange durch Korruption und Vetternwirtschaft geprägt. Bereits die 24-jährige Regentschaft von João Havelange, der von 1974 bis 1998 an der Spitze der FIFA stand, war von zahlreichen Finanzskandalen überschattet.

Gleichzeitig ist die FIFA aber erst unter Havelange zu jener mächtigen Organisation geworden, als die sie heute nicht nur im Fußball ein bestimmender Faktor ist. Denn in eben jene Zeit fällt der Aufstieg des Fußballs von der „schönsten Nebensache der Welt“ zu einem Monopoly für Superreiche.

So lohnt es sich, gerade auf die Jahre nach 1998 einen genaueren Blick zu werfen. Dabei rücken drei Akteure in den Mittelpunkt: Michel Platini, Sepp Blatter und Gianni Infantino. Die Geschichte ihres Ringens um Macht und Einfluss erinnert teilweise an antike Diadochenkämpfe, mitunter aber auch an die blutigen Ränkespiele des Borgia-Clans.

Blatters Weg zur Macht

1998 wollte Sepp Blatter seinen Posten als FIFA-Generalsekretär, den er seit 1981 innehatte, gegen das Amt des FIFA-Präsidenten eintauschen. Bei seiner Wahl hatte er allerdings in dem UEFA-Präsidenten Lennart Johansson einen starken Gegenkandidaten.

Um seine Wahl zu sichern, benötigte Blatter also gerade aus dem europäischen Lager einen einflussreichen Unterstützer. Diesen fand er in Michel Platini, der damals nicht nur als französische Fußball-Ikone, sondern auch als Mitorganisator der im selben Jahr wie die FIFA-Wahl stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich ein hohes Renommee genoss.

Die Rechnung ist für Blatter auch in der Tat aufgegangen: Er gewann die Kampfabstimmung gegen Johansson mit 111 zu 80 Stimmen. Der Begriff „Rechnung“ kann dabei durchaus auch wörtlich verstanden werden. Denn offenbar als Gegenleistung für die Unterstützung erhielt Platini einen fürstlich dotierten Beratervertrag, für den er von 1998 bis 2002 rund eine Million Schweizer Franken einstrich.

Platinis Weg zur Macht

Auf diese Weise wurde Platini zu einer Art Edelvasall Blatters. Aber wie das so ist mit starken Vasallen: Mit der Zeit begnügen sie sich nicht mehr mit ihrem Vasallenstatus und streben selbst nach der Macht.

Diese Situation trat spätestens 2007 ein. Damals forderte Platini selbst Lennart Johansson in einer Kampfabstimmung heraus – dieses Mal bei der Wahl zum UEFA-Präsidenten. Nachdem er die Wahl mit 27 zu 23 Stimmen gewonnen hatte, wurde er auch auf der Weltbühne ein wichtiger Player.

Dies zeigte sich 2010, als es um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft für die Jahre 2018 und 2022 ging. Die Absprachen im Vorfeld sahen vor, dass hierbei die beiden Großmächte Russland und die USA zum Zuge kommen sollten. In letzterem Fall war der Hintergrund vor allem, dass man das Marktpotenzial in dem Land besser ausschöpfen wollte.

Katar ante portas

Kurz vor der Abstimmung intervenierte eine hochrangige Delegation aus Katar, das sich ebenfalls um die Austragung der WM 2022 bewarb, beim damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Man stellte lukrative Geschäfte in Aussicht und drohte unterschwellig mit wirtschaftlichen Nachteilen für Frankreich, sollte Michel Platini seinen Einfluss nicht zugunsten Katars geltend machen.

Diese Zuckerbrot-und-Peitsche-Taktik wurde offenbar auch Platini gegenüber angewandt. Der französische Präsident nahm ihn in die nationale Pflicht und winkte womöglich auch mit dem Zaunpfahl nachlassender staatlicher Unterstützung, während gleichzeitig die Scheichs ihre Schatullen weit öffneten. So wurde Platinis Sohn Laurent wohl ein lukrativer Posten als Leiter eines europäischen Subunternehmens von „Qatar Sports Investments“ in Aussicht gestellt.

Platini zog daraufhin seine Unterstützungszusage für die Kandidatur der USA zurück und organisierte stattdessen die nötigen Stimmen für die Wahl von Katar als Austragungsort der Weltmeisterschaft im Jahr 2022. So erhielt Katar bei der Wahl im Dezember 2010 den Zuschlag für die WM, die USA ging leer aus – und Platinis Sohn startete eine Karriere unter den goldenen Fittichen der Wüstensöhne.

Gestiegener Einfluss Platinis

Die Machtposition Michel Platinis war durch diese erfolgreichen Ränkespiele weiter gestärkt worden. Dies bedeutete auch: Der Preis für seine Unterstützung hatte sich nun deutlich erhöht.

Um seine Wiederwahl als FIFA-Präsident im Jahr 2011 zu sichern, musste Sepp Blatter daher erheblich tiefer in die Tasche greifen als bei seiner ersten Wahl: Die Unterstützung durch Platini kostete nun doppelt so viel wie 1998. Dies legt jedenfalls eine Zahlung von rund 2 Millionen Franken aus dem Februar 2011 nahe.

Von Blatter und Platini wurde das Geld zwar später als Restsumme aus der Beratertätigkeit, die Platini von 1998 bis 2002 für die FIFA ausgeübt hatte, deklariert. Warum das Geld mit so großer Verzögerung ausgezahlt wurde, blieb dabei allerdings unklar – an Liquiditätsengpässen hat es angesichts der exponentiell steigenden Einnahmen der FIFA jedenfalls nicht liegen können.

Darüber hinaus musste Blatter Platini offenbar zusichern, 2015 nicht mehr zur Wahl anzutreten. Dies war für Letzteren insofern attraktiv, als ein Aufstieg zum FIFA-Präsidenten nach nur vier Jahren an der Spitze der UEFA etwas zu früh gekommen wäre – er sich andererseits aber gegen einen neuen Präsidenten auf dem FIFA-Thron 2015 schlechter hätte durchsetzen können als gegen einen aus dem Amt scheidenden FIFA-Monarchen.

Das Imperium schlägt zurück: Skandalmorgen in Zürich

Für Platini schien demnach alles nach Wunsch zu laufen. Im Nachhinein stellen sich seine Triumphe aus jenen Jahren jedoch als klassische Pyrrhus-Siege heraus.

Der entscheidende Faktor dabei sind die USA, die als Supermacht die demütigende Niederlage gegen den Außenseiter Katar beim Zuschlag für die WM 2022 nicht klaglos hingenommen haben. Stattdessen leiteten die US-Justizbehörden Ermittlungen gegen die FIFA ein.

Der Vorwurf: mafiaähnliche Bandenkriminalität, manifestiert in Geldwäsche und korrupten Netzwerken. Die formelle Grundlage für die Ermittlungen der US-Behörden war die Tatsache, dass zahlreiche Geldtransfers der FIFA mit Hilfe US-amerikanischer Kreditkartensysteme und Banken abgewickelt worden waren.

Als die Funktionäre, deren Geldspuren die US-Ermittler verfolgt hatten, 2015 zum FIFA-Kongress nach Zürich reisten, ersuchten die US-Behörden bei der Schweizer Justiz um Amtshilfe. So wurden in einer aufsehenerregenden Aktion am Morgen des 27. Mai 2015 hochrangige Funktionäre aus dem Bett geholt und zu Verhören abgeführt.

Sepp Blatter ließ sich dessen ungeachtet zwar noch einmal als FIFA-Präsident wiederwählen, trat jedoch nur vier Tage nach seiner Wiederwahl von seinem Amt zurück. Offenbar hoffte er, sich mit diesem Schritt ein wenig aus der Schusslinie zu nehmen, sprich: kein so lohnendes Zielobjekt mehr für die Fahnder zu sein. Außerdem stand zu befürchten, dass nach dem öffentlichen Skandal auch innerhalb der FIFA der Druck auf ihn zunehmen würde.

Gianni Infantino: Per Foulspiel zum Außenseitersieg

Auch dieses Mal sah es zunächst so aus, als wäre Michel Platini der große Gewinner im – in diesem Fall mit einem Eigentor abgeschlossenen – Monopolyspiel der FIFA. Allerdings geschah nun genau das, was im Fußball immer wieder vorkommt: Es gab einen Außenseitersieg. Dass dieser mit unfairen Mitteln errungen wurde, erhöht die Analogie zur Welt der Fußballplätze noch.

Dieser Außenseiter war: Gianni Infantino. In der UEFA hatte er sich seit seinem Eintritt in die Organisation innerhalb von neun Jahren zum Generalsekretär hochgearbeitet. Nun aber musste er befürchten, dass es bei einem Wechsel von Platini an die FIFA-Spitze zu einem Karriereknick für ihn käme. Denn ein neuer UEFA-Präsident hätte womöglich auch einen neuen Generalsekretär installiert.

Das Foulspiel von Infantino bestand nun darin, dass er mutmaßlich seine Kontakte zur Schweizer Justiz nutzte, um die Ermittler auf die Millionenzahlung von Blatter an Platini aufmerksam zu machen. Jedenfalls wäre anders kaum zu erklären, wie die Ermittler unter den Tausenden von Unterlagen ausgerechnet auf die unscheinbare Zahlungsanweisung hätten aufmerksam werden sollen. Hinweise für Infantinos Foulspiel liefern zudem dessen Treffen mit einem hochrangigen Vertreter aus dem Justizapparat und spätere Ermittlungen der Schweizer Behörden gegen eben diese Person.

Hinzu kam, dass die 2012 neu aufgestellte Ethikkommission der FIFA sich nach den skandalträchtigen Verhaftungen hoher Funktionäre bemüßigt sah, die Organisation wieder in ein besseres Licht zu rücken. Dies tat sie nun ausgerechnet auf Kosten von Blatter und Platini: Beiden zeigte die Ethikkommission die Rote Karte und verbot ihnen für mehrere Monate jede Betätigung auf Funktionärsebene.

Rote Karte für Blatter und Platini

Für Blatter war die Rote Karte zwar rufschädigend, hatte ansonsten aber kaum praktische Bedeutung, da seine Karriere ja ohnehin vorbei war. Platini jedoch wurde auf diese Weise ganz konkret aus dem Spiel genommen und konnte nicht mehr zur nächsten Wahl des FIFA-Präsidenten antreten.

Zunächst stand noch im Raum, dass die Sperre kurz vor den Wahlen auslaufen würde. Dementsprechend stellte Infantino sich öffentlich als Stellvertreterkandidat für die europäischen Verbände dar: Selbstverständlich, ließ er verlauten, werde er seine Kandidatur zurückziehen, sollte Platini doch zur Wahl antreten können.

Während er im Hintergrund an der Demontage seines Chefs arbeitete, beteuerte Infantino nach außen hin also seine Nibelungentreue zu Platini. So konnte er sich als Saubermann präsentieren, als Platinis Sperre wunschgemäß verlängert wurde und Infantino für das Amt des FIFA-Präsidenten kandidieren konnte.

Wie sich Infantino auf den FIFA-Thron dribbelte

Infantino zeigte damit, dass er in Sachen Ränkespiele und Strippenziehen viel von Platini gelernt hatte.

Und nicht nur das: Auch bei der Überzeugungsarbeit gegenüber den Delegierten auf dem FIFA-Kongress des Jahres 2016, wo er sich gegen drei Gegenkandidaten durchsetzen musste, wandte er dieselbe Taktik an, die 2007 Platini an die Spitze der UEFA gebracht hatte. Wie Platini setzte er auf die Stimmen der kleineren Verbände, die bei FIFA-Wahlen ebenso großes Gewicht haben wie die Stimmen der größeren Verbände.

Platini hatte dafür die Ausweitung der Teilnahmemöglichkeiten kleinerer Verbände an internationalen Klubwettbewerben und die Aufstockung des Teilnehmerfelds bei Europameisterschaften angestoßen. Infantino versprach analog dazu eine Erhöhung der Teilnehmerzahlen bei Weltmeisterschaften und stellte zudem üppigere finanzielle Zuwendungen für die kleineren Verbände in Aussicht.

Powerplay gegen das Reform-Kartenhaus der FIFA

Am Ziel angekommen, machte Infantino sich umgehend daran, die Organisation auf sich auszurichten. Dafür musste er zunächst einmal das gesamte Reform-Kartenhaus, das zur Bewältigung des FIFA-Skandals aufgebaut worden war, wieder einreißen.

Ein zentraler Schachzug Infantinos war dabei die Ernennung der Senegalesin Fatma Samoura zur neuen Generalsekretärin. Auch hiermit präsentierte er sich nach außen hin wieder als progressiv und integer, indem er sich als Frauenförderer und Freund Afrikas präsentieren konnte.

Der Hauptgrund für Samouras Ernennung war aber wohl, dass sie als UN-Mitarbeiterin bislang vorwiegend mit Entwicklungshilfeprojekten befasst war und mit Fußball kaum in Berührung gekommen war. So konnte sie die ihr übertragene Funktion kaum angemessen ausfüllen.

Dies war für Infantino deshalb wichtig, weil ein wichtiger Aspekt der FIFA-Reformen in der Verlagerung zentraler Kompetenzen vom Präsidenten auf den Generalsekretär bestand. Mit seiner in Fußballfragen unerfahrenen Kandidatin konnte Infantino diese Vorgabe unterlaufen.

Dass er nicht gewillt war, die neuen Strukturen anzuerkennen, zeigte sich auch, als es um sein Gehalt ging. Die ihm angebotene eine Million Euro pro Jahr bezeichnete er als „beleidigend“, da dies nur der Hälfte der Blatter zugestandenen Vergütung entsprach. Dabei spiegelte die Reduzierung des Präsidentengehalts lediglich das neue Organisationsgefüge wider.

Ebenfalls bereits 2016 entmachtete Infantino die Ethikkommission, indem er deren Besetzung in die Verantwortung des FIFA-Rates stellen ließ. Damit sollten also die zu Kontrollierenden sich ihre potenziellen Kontrolleure selbst aussuchen dürfen.

Ein Autokrat unter Autokraten

Den US-Ermittlungen gegen die FIFA nahm Infantino den Wind aus den Segeln, indem er 2018 für die Vergabe der Austragungsrechte für die WM 2026 an die USA sorgte. Das Jahr ist zudem eine wichtige Wegmarke in der Annäherung Infantinos an die Autokraten dieser Welt: Die WM-Vergabe an die USA fiel in die erste Amtszeit Trumps, und sie erfolgte unmittelbar vor der WM in Russland, bei der Infantino Putin in so hohen Tönen lobte, dass dieser ihm ein Jahr darauf den „Orden der Freundschaft“ verlieh.

Bei der Männerfreundschaft zwischen Infantino und Trump läuft es genau andersherum: Hier war es Infantino, der die abstruse Sehnsucht des Rambo-Präsidenten nach dem Friedensnobelpreis bediente, indem er eigens für ihn einen „FIFA-Friedenspreis“ ins Leben rief.

Vervollständigt wird die Autokratenriege durch den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der faktische Herrscher über Saudi-Arabien, der auch schon mal Regimekritiker in Botschaften außerhalb des Landes zerstückeln und in Salzsäure auflösen lässt, ist ebenfalls ein guter Kumpel Infantinos.

Diesem Autokraten-Freund hat der FIFA-Chef zu einer Charmeoffensive per Sportwashing verholfen, indem er Saudi-Arabien 2024 die Austragungsrechte für die WM 2034 zusprechen ließ. Wie es unter Autokraten üblich ist, geschah das nicht durch eine Abstimmung, sondern per Akklamation – und das auch noch online. Deutlicher hätte man die Degradierung der formellen Entscheidungsträger zu bloßen Marionetten des FIFA-Potentaten nicht zum Ausdruck bringen können.

Was künftige Potentaten von der FIFA lernen können

Durch die Dauerpräsenz der FIFA in den Skandalspalten der Sportnachrichten könnte man den Eindruck gewinnen, dass es sich beim Weltfußballverband um ein besonders verkommenes Beispiel einer machtverliebten Organisation handelt.

Dieser Eindruck entspricht allerdings nur bedingt der Realität. In der FIFA wird lediglich ungenierter und ungeschminkter das ausgelebt, was auch andernorts an der Tagesordnung ist. Insofern erscheinen die Ränkespiele im Weltfußballverband als ideales Lehrstück für angehende Potentaten. Was sie von der FIFA lernen können, lässt sich in folgenden Leitsätzen zusammenfassen:

  1. Sprich viel von Transparenz, moralischer Integrität und „good governance“! Nutze diese Schlagworte aber nur, um dir ein sauberes Image zu geben. Um an die Macht zu kommen und dich an der Macht zu halten, musst du das Gegenteil dessen tun, was du nach außen hin predigst.
  • Bediene dich der Korruption, aber nenne sie nicht beim Namen! Sprich stattdessen von „Beratungshonorar“, „Erfolgsprämie“ oder „Gewinnbeteiligung“. Auch sollst du diejenigen, von denen du dir Unterstützung versprichst, stets wie Staatsgäste behandeln. Bringe sie in Suiten unter, verwöhne sie mit erlesenen Speisen und lass ihnen fürstliche Tagegelder zukommen!
  • Achte darauf, dass diejenigen, auf die du dich bei der Ausübung deiner Herrschaft stützt, sich darüber nicht zu stark profilieren können! Sobald der Glanz deiner Herrschaft sie nicht mehr überstrahlt, musst du sie in andere Sphären wegloben. Denn wer von dir lernt, wird schnell Übung im Tyrannenmord haben.
  • Gib dir stets den Anschein eines Robin Hood! Vermittle allen den Eindruck, dass dir nichts mehr am Herzen liegt als die Unterstützung für die Armen dieser Welt. Lass Almosen regnen – aber sorge dafür, dass sie nur in die Hände derer gelangen, auf deren Unterstützung du angewiesen bist!
  • Maskiere dich als Demokrat! Sprich dich für offenen Dialog und freie Wahlen aus – aber achte darauf, dass alles abläuft wie bei einem Fluss, der auf die von dir ausersehene Mündung zufließt.
  • Verbrüdere dich mit den anderen Sonnenkönigen dieser Welt! Sie allein können dir deinen Thron nicht streitig machen, weil sie selbst schon einen Platz an der Sonne errungen haben. Wenn ihr euch gegenseitig in eurem Traum von der Gottgleichheit unterstützt, ist das der beste Schutzwall, den ihr um eure Herrschaftsburgen errichten könnt.

Nachweise und Links zur Vertiefung

Bieri, Beat / Born, Marius u.a.: Sepp Blatter und die FIFA. Ende einer schillernden Ära. 45-minütige Dokumentation des Schweizer Fernsehens. SRF, Juni 2015.

Fort, Pierre-Stéphane / Bartz, Joachim: WM 2022: Wie Katar den Fußball kauft. 22-minütige Dokumentation des ZDF im Rahmen der Sendung „Frontal“, November 2022.

Friebe, Matthias / Rieger, Maximilian: Behind the Games – FIFA-Präsident Gianni Infantino. 5-teilige Podcast-Reihe unter Mitarbeit von Thomas Kistner. Deutschlandfunk, Mai/Juni 2026 [daraus auch das Zitat von Gianni Infantino].

Leufgens, Jochen / Kempe, Robert / Hechler, Daniel / Bauer, Florian / Hartmann, Grit: Sepp Blatter und der verkaufte Fußball. 45-minütige Fernsehdokumentation des WDR, Mai 2015.

Roselli, Mario / Rocchi, Ludovic / Zumstein, Hansjürg: Korrupte FIFA-Funktionäre. Von Schmiergeldern, TV-Rechten und Katar. 90-minütige Dokumentation des Schweizer Fernsehens. SRF, November 2022.

Sydow, Christoph: UNO-Bericht zum Khashoggi-Mord: „Ist das Opfertier eingetroffen?“ Der Spiegel, 19. Juni 2019 [zur Ermordung des saudischen Regimekritikers Jamal Khasoggi in der Botschaft Saudi-Arabiens in Istanbul].

Bild: IH: Fußball- Paten (KI)

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen kenntnisreichen Beitrag. Er zeigt eindrücklich, dass Macht, wirtschaftliche Interessen und persönliche Netzwerke im internationalen Sport häufig enger miteinander verflochten sind, als es dem Ideal von Fairness und Transparenz entspricht. Zugleich erinnert er daran, wie wichtig eine kritische Quellenprüfung bleibt und dass komplexe historische Entwicklungen selten monokausal erklärt werden können. Gerade deshalb ist eine faktenbasierte, rechtsstaatliche und ethisch reflektierte Auseinandersetzung mit den Strukturen der FIFA von großem Wert. Sport sollte Menschen verbinden – nicht zum Instrument von Korruption, Machtpolitik oder Propaganda werden.

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