Eitelkeit und Vanitas – Ein kleiner Spaziergang über den Jahrmarkt der Eitelkeiten

Alles_ist_eitel,_Johann_Jakob_Haid

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein;
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiesen sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach, was ist alles dies, was wir vor köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind,
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t!
Noch will, was ewig ist, kein ein[z]ig Mensch betrachten!

Das schöne Sonett von Andreas Gryphius (Es ist alles eitel, 1637) hat mir – obwohl tausendmal gehört – schon oft Trost gespendet.

Eitelkeit und Vanitas

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