Ein Leben lang zum Abschuss freigegeben

Franziska Giffey als jüngstes Opfer einer problematischen Jagd auf Plagiate

Nun hat es also auch Franziska Giffey erwischt. Sie ist das jüngste Opfer einer langen Reihe von Personen, die seit einigen Jahren dem neuen Volkssport „Plagiatejagd“ zum Opfer fallen. Aus diesem Anlass hier noch einmal der Post mit den Kritikpunkten an der fragwürdigen Vorgehensweise der selbst ernannten Torwächter des reinen Geistes.

Inhaltsübersicht mit Kernthesen

Der Hort des reinen Geistes und die finsteren Plagiatoren

Die Plagiatsvorwürfe folgen einem unrealistischen Gut-Böse-Schema, bei dem einige wenige Finsterlinge sich widerrechtlich Zutritt zum Reich der Erleuchteten verschaffen.

Unvollständige Schuldzuweisung

Für eine mangelhafte Dissertation sind auch diejenigen verantwortlich, die sie betreut haben. Fehlt ihnen dafür die Zeit, so gehört der Staat auf die Anklagebank, der den Hochschulen die nötige personelle Ausstattung vorenthält.

Problematisches Rechtsverständnis

Durch die rückwirkende Kritik an einer Jahre zurückliegenden Arbeit wird die gesamte übrige Lebensleistung eines Menschen negiert. In der Art einer mittelalterlichen Prangerjustiz wird ihm mit der Doktorwürde faktisch auch seine bürgerliche Ehre aberkannt.

Verletzung des Gleichheitsgebots

Um Betrugsvorwürfe angemessen einschätzen zu können, müssten sie im Verhältnis zu anderen Arbeiten betrachtet werden, die zur selben Zeit an derselben Hochschule als Dissertationen eingereicht worden sind. Die Konzentration auf einzelne Arbeiten ergibt zwangsläufig ein schiefes Bild.

Einseitige Betrachtungsweise

Die Fokussierung auf einzelne Passagen mit unsauberer Zitierweise löst die Arbeiten aus ihrem Kontext und missachtet die geistige Gesamtleistung.

Diskreditierung geisteswissenschaftlicher Arbeit

Indem vorrangig geisteswissenschaftliche Arbeiten mit Plagiatsvorwürfen überzogen werden, wird implizit auch die spezifisch geisteswissenschaftliche Herangehensweise an Forschungsgegenstände in Frage gestellt.

Inadäquate Leistungsanforderungen

Wenn die Hochschulen sich besser gegen Betrug und Betrugsvorwürfe wappnen wollten, müssten sie sich auch für alternative Formen der Leistungsbeurteilung öffnen.

Fehlende Reflexion des Begriffs des geistigen Eigentums

Der Begriff des geistigen Eigentums unterliegt historischen Schwankungen. Auch dies müsste in der Diskussion um unsauberes Arbeiten in Dissertationen stärker berücksichtigt werden.

Bildnachweis: Olaf Kosinsky: Franziska Giffey bei einer Veranstaltung im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags am 23. Januar 2019 (Wikimedia commons)

13 Kommentare

  1. das ist zwar einerseits richtig, andererseits muss man, glaube ich , schon auch schauen, wozu ein Doktortitel angestrebt und benutzt wird. Wird er angestrebt, um der wissenschaftliche Forschung ein Steinchen hinzuzufügen, oder um der außerwissenschaftlichen Karriere willen? Das ganze Getue um Doktortitel (Frau Dr. Merkel etc) bei Personen, die mit der Wissenschaft überhaupt nichts (mehr) zu schaffen haben, aber den Titel wie ein Schild der Wissenschaftlichkeit und der Unantastbarkeit ihrer Ansichten vor sich hertragen, ist wohl der Grund, warum es auf der anderen Seite die Jäger gibt. Ich meinerseits bin promoviert, sogar mit summa com laude, habe aber daraus keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit hergeleitet, nicht mal in Sachen, die mit meinem eigenen wissenschaftlichen Gegenstand zu tun haben. Den Titel benutze ich nur, wenn er relevant ist.
    Wer seine Karriere auf Titel baut, muss auch ertragen, dass man ihm seine Titel zerfleddert.

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    1. Ich weiß nicht, ob Giffey ihre politische Karriere dem Titel verdankt. Ich glaube eher nicht. Sie hat in Neukölln versucht, in einem armen Stadtteil gute Politik zu machen. Und dies galt auch für ihre Arbeit als Ministerin. Ich gebrauche meinen Doktortitel auch sehr selten …;-)

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  2. Endlich mal ein grundsätzlicher Diskussionsbeitrag dazu, der die Frage nach der Motivation der Plagiatsjäger und nach der Verantwortung der Hochschulen stellt. Ich finde die immer gleichen geifernden Artikel in SPIEGEL und Co. dazu so langsam zum Gähnen langweilig. Ich finde, Giffey muss an ihrer Arbeit als Politikerin gemessen werden und nicht an einer offensichtlich schlecht betreuten Promotion. Vielleicht sollte man den Namen von Doktorvater/ -mutter mal veröffentlichen 😉

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  3. Vorgestern abgesandt:

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Frank – Walter Steinmeier, sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Manuela Schwesig,

    Frau Familienministerin Franziska Giffey bittet um Entlassung aus dem Amt, weil sie den Plagiatsvorwürfen zu ihrer Doktorarbeit aus wie immer gearteten Gründen nicht standhalten mag. Damit hinterlässt sie mehr gesellschaftlichen Schaden, als hätte sie abgewartet, wie sie sich in der Öffentlichkeit und in unserer Pandemie- Gesellschaftskrise separat zu dem Vorwurf stellen mag, ohne ihre wertvolle Aufgabe aufzugeben. Hier ist ein Konflikt zwischen dem Ethos der wissenschaftlichen Arbeit, die stets Innovation zu liefern hat (Ich sah das neu zu Erarbeitende als selbst Akademlkerin nie als Last, sondern als spannende Verpflichtung und Entdeckungs-Freude, etwas Neues erforscht zu haben und war vielen unter verständlichem Druck stehenden Kolleg/Innen bei ihren Prüfungsarbeiten mental und auch in fachlichen Gesprächen bei Prüfungsvorbereitungen behilflich zu Zeiten, als PCs noch in weiter Ferne agierten, aber „abschreiben“ galt natürlich nur als Zitat) und dem unbedingt einzuhaltenden Berufsethos als gewählte Ministerin, ihrer staatlichen Verpflichtung gegenüber der Wählergesellschaft nachzukommen. Gerade die Familienministerin ist nun mehr als notwendig – und sie macht ihre Arbeit doch bisher mit Empathie. Könnten Sie sie nicht um ein Gespräch bitten und ihr darlegen, dass durch diesen Schritt Ihre so notwendige Weiter-Arbeit stockt infolge: – Abgang/Verabschiedung (für sie und das Ministerium ja die Gesellschaft sehr belastend) – Neuwahl (das dauert!) – Einarbeitung der neuen Kraft einhergehend mit großen gesellschaftlichen Verlusten!

    Sie wissen selbst, wie stark gerade auf die Familien bezogen die Welt, die deutsche Gesellschaft, im Argen liegt, und ich weiß selbst durch jahrzehntelange Arbeit mit Familien ( ich war auch Mitglied im MV-Familienkonvent von Frau Schwesig), wie notwendig ein struktureller, konstruktiver Halt und politisch fundierter Halt für Familien ist, die am Rand der Gesellschaft stehen. Derzeit stand sie doch auch gerade in Plänen, die familiäre Situation in benachteiligten Familien zu verbessern, –das alles ruht nun lange Zeit für einen „Dünkel“, – womit ich keinesfalls Plagiatstätigkeit verharmlosen mag. Kann es nicht auf anderer Ebene Lösungen geben? Es sind doch 2 unterschiedliche Dinge, die auf dem Tisch liegen und die direkt NICHTS miteinander zu tun haben! Sprechen Sie kraft Ihrer Erfahrung und Kompetenz bitte beide mit ihr. Mit freundlichen Grüßen vom Rand der Republik Vorpommerns Angelika Janz

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  4. Auf der Website, auf der das Plagiat nachgewiesen wird, kann man sich ansehen, wie die Betrügerin vorgegangen ist. So hat sie z.B. eine Passage aus einem anderen Buch übernommen und zur Verschleierung des Betrugs leichte Veränderungen am Text vorgenommen. In der entsprechenden Passage werden zwei andere Quellen zitiert. Die Betrügerin hat sowohl die Aussagen, die die zitierten Texte referieren, als auch die Textnachweise in den Anmerkungen übernommen. Da sie die zitierten Texte aber offenbar nicht zur Kenntnis genommen hat, hat sie die Aussagen und die Quellennachweise vertauscht und einander falsch zugeordnet, sodass sie nicht allein plagiiert, sondern obendrein noch aus einem sachlich richtigen Text einen sachlich falschen gemacht hat. Diese Art von Betrug lässt sich am leichtesten mit einem Computerprogramm aufdecken. Hätte die Doktormutter sämtliche Zitate nachprüfen und außerdem noch in der Forschungsliteratur die Bücher ausfindig machen sollen, aus denen die Betrügerin abgeschrieben hat, ohne sie zu nennen? Die Art, wie der Betrug vorgenommen worden ist, und die Verfahren, die dabei eingesetzt worden sind, um ihn zu verschleiern, zeigen deutlich, dass eine Betrugsabsicht vorlag. Da sind nicht einfach nur Textnachweise vergessen worden, sondern es wurden Texte transformiert, um vorsätzlich vorzutäuschen, dass diese Texte, die benutzt worden sind, nicht benutzt worden sind, und andere Texte, die nicht benutzt worden sind, benutzt worden sind. Es war nicht so, dass die Betrügerin nicht wusste, dass man andere Texte zuerst selbst lesen und dann zitieren und dabei die Zitate nachweisen muss. Dass dieser Betrug im Gegensatz zu anderen Plagiaten, die möglicherweise niemals aufgedeckt werden, aufgedeckt worden ist, hatte politische Gründe. Dass die Universität den Betrug noch vertuschen wollte, als er bereits aufgedeckt worden ist und als Ausweg eine Rüge ersonnen hat, wie sie vorher nirgends vorgesehen war, hatte ebenfalls politische Gründe. Was für Motive kann es denn geben, diesen Betrug jetzt noch zu rechtfertigen und wegreden zu wollen, nachdem die Universität ihn einräumen musste, weil sie dazu gezwungen worden ist? Die Betrügerin ist kein passives Opfer, sondern hat sogar noch in ein unabhängiges Prüfungsverfahren einzugreifen versucht, indem sie ein Gutachten erstellen lassen hat. Ist sie jetzt aber tatsächlich lebenslang zum Abschuss freigegeben? Sie will ja noch Regierende Bürgermeisterin werden und findet immer noch Verteidiger. Auf die Betrügerin Schavan sind die Ehrendoktortitel nach der Aberkennung des Doktortitels nur so niedergeregnet und sie ist Botschafterin am Heiligen Stuhl geworden. Vielleicht gibt es sogar einen Schwarzen Baron, der sie engelweiß gewaschen hat. Die kritischen Gedanken, die Du, lieber Rother Baron, in Deinem gehaltvollen Essai über den Wissenschaftsbetrieb äußerst, sind durchaus stichhaltig. Ich wünschte aber, dass sie nicht zu dem Zweck vorgetragen worden wären, einen Betrug und eine Betrügerin zu verteidigen.

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    1. Lieber René, das mag alles sein. Aber mich interessiert die Frage: Was ist die Motivation der Plagiatsjäger?- Welchen Gewinn haben wir gesellschaftlich davon?- Frau Giffey hat keine wissenschaftliche Karriere angestrebt, sondern sie ist Politikerin. Das andere: Es gbt auch bei Gericht Freisprüche, die vielleicht am Ende nicht richtig waren. Sie werden aber nicht nach Jahren zurückgezogen und dann nachträglich eine Haftsprache verhängt. Das willkürliche Aufrollen von abgeschlossenen formalen Verfahren durch dazu nicht demokratisch legitimierte Personen deckt sich nicht mit meinem Rechtsverständnis. Promotionsverfahren müssen aus meiner Sicht einigermaßen rechtsicher sein. Politisch ist die Arbeit der Plagiatsjäger auch kein wirklicher Gewinn. Es können nicht alle Dissertationen geprüft werden. Dies erfolgt selektiv und damit bekommen die „Jäger“ einen politischen Einfluss, der ihnenin einer Demokratie nicht zusteht. Sie machen Politik und nehmen Einfluss ohne Mandat und ohne echte Transparenz ihrer Auswahl.

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      1. Frau Giffeys Betrug und die Motive der Plagiatsjäger – das sind unterschiedliche Themen. Frau Giffey hat keine wissenschaftliche Laufbahn angestrebt, schreibst Du. Aber warum hat sie dann promoviert? Wollte sie Kompetenz vortäuschen? Wollte sie sich Karrierevorteile verschaffen? Wir wissen es nicht. Ein Betrug kann doch nicht durch ein formal abgeschlossenes Verfahren geheilt werden. Und was soll Rechtssicherheit für Betrüger sein? Die Personen, die formal dazu nicht berechtigt sind, können ja auch gar keinen Titel aberkennen. Sie können nur einen Betrug aufdecken und zwar nur dann, wenn einer vorliegt. Allerdings können sie das willkürlich uns aus beliebigen Motiven. Aber sie können es nur dann, wenn jemand einen Betrug begeht und sich ihrer Willkür ausliefert. Auch ihr politischer Einfluss ist nur dann wirksam, wenn tatsächlich ein Betrug vorliegt. Sie machen Politik ohne Mandat wie die Lobbyisten und viele andere Menschen mehr. Jeder ist berechtigt, einen Betrug aufzudecken. Und eine Betrügerin oder ein Betrüger handelt unmoralischer als eine Person, die einen Betrug aufdeckt.

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      2. Welchen Gewinn haben wir gesellschaftlich davon? Betrüger werden als solche erkannt. Gerade in Bezug auf Personen, die gewählt werden, um die Interessen der Gesellschaft zu vertreten, oder die in verantwortungsvollen Positionen tätig sind, ist es nicht uninteressant, zu wissen, ob es sich um Betrüger handelt oder nicht. – Ich bin der Meinung, dass die Parteien auf die moralische Integrität ihrer Politiker stärker achten sollten. Ich habe mich an der Diskussion über den Nordkurier-Beitrag anlässlich der Nominierung des AfD-Bundestagsdirektkandidaten in meinem Wahlkreis beteiligt. In diesem Zusammenhang habe ich beobachten können, dass eine Reihe von Menschen in meiner Region nicht allein der Auffassung ist, dass die Vertreter der sogenannten demokratischen Parteien keinen hohen moralischen Ansprüchen genügen, sondern sogar der Meinung ist, dass die Vertreter der AfD höheren moralischen Ansprüchen genügen und für Deutschlands Zukunft von Bedeutung sind. Vgl. https://www.nordkurier.de/neubrandenburg-ueckermuende/enrico-komning-soll-fuer-die-afd-in-den-bundestag-2943702305.html – Vgl. auch die Argumentation des Filmemachers ‚TK aus HGW‘ in den Videos: https://www.youtube.com/channel/UCVsnNDClCmVUHTopu_h3y6Q

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      3. Ja, die AFD ist ein Symptom des Versagens der „großen“ Parteien. Die etablierten Parteien sind sprachlich und von den Problemstellungen her weit weg von den Sorgen und Nöten der Menschen – vor allem in den östlichen Bundesländern. Dies kann aber kein Grund sein, eine faschistoide Partei zu wählen. Ich würde dies noch nicht einmal aus Protest tun. Die AFD ist ein gefährliches Symptom eines allgemeinen Politikversagens. Die Art wie sie sich selbst als Opfer darstellen und sich mit Widerstandskämpfern und Jüdischen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus gleichsetzen wollen, ist gelinde gesagt, abstoßend.
        Ich ärgere mich auch über diese naturzerstörende Energiepolitik und so manches Andere, dennoch kann ich sehen, dass es auch ein Bemühen bei einzelnen PolitikerInnen gibt, eine gute Arbeit zu machen. Für mich gehört Giffey dazu. Die Verquickung von Kampf gegen diese furchtbaren Betonmonster und das Fehlen jeglichen Naturschutzes mit einem allgemeinen Bashing der Politik und einem Hinwegsehen über Rassismus, Ausgrenzung und antidemokratischen Haltungen bei den Neu-Rechten, halte ich für sehr gefährlich und dem Kampf gegen die Naturzerstörung nicht dienlich. Ich bin für eine sachliche, differenzierte Auseinandersetzung.

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  5. Ich möchte noch ein Wort zum Rechtsverständnis sagen. Man kann die Bewertung eines Tatbestandes meines Erachtens nicht durch eine Analyse und Bewertung der Motive der beteiligten und betroffenen Personen ersetzen. Um ein anderes Beispiel zu geben: Die Windindustrie tötet massenhaft und wahllos Individuen strenggeschützter Arten und lässt Brutstätten dieser Arten in großer Anzahl durch Straftäter vernichten. Das verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz, gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie und gegen Artikel 20a GG. Die öffentlich-rechtlichen Sender und die überregionalen Zeitschriften verteidigen die Windindustrie aber damit, dass sie die Tötung der Vögel und Fledermäuse ja nicht beabsichtige, sondern dass sie vielmehr aus einem edlern Motiv (der Klimarettung) handle. Dagegen wird den Anwohnern geplanter Windfelder, die auf das Vorhandensein geschützter Arten hinweisen, um die Windfelder zu verhindern, vorgeworfen, aus unedlen egoistischen Motiven zu handeln, denn sie wollen, so sagt man, die Tiere ja gar nicht schützen, sondern nur ihre eigene Gesundheit, die ihrer Kinder, den Wert ihrer Immobilien und die Schönheit ihres Lebensumfeldes. Ihr Handeln wird als „Angriff auf die Windkraft“ (so der Titel einer WDR-Sendung) beurteilit, obwohl sie allein die durch den Rechtsstaat gebotenen Klagemöglichkeiten nutzen. Unrecht wird also durch gute Motive gerechtifertigt und rechtskonformes Handeln aufgrund fragwürdiger Motive der Handelnden verdammt. Ein solches Rechtsverständnis ist nicht rechtsstaatlich. Für die Plagiatoren gilt, dass es sich um Betrüger handelt. Für die Plagiatsjäger gilt, dass sie sich innerhalb des rechtlichen Rahmens bewegen. Was nun die Politiker angeht, so handelt es sich bei den Plagiatoren und bei den Lobbyisten der Naturzertörung nicht unbedingt um dieselben Personen, wohl aber um Vertreter derselben Parteien. Dazu, dass es nicht einmal eine Alternative zu ihnen gibt, habe ich einen anderen Kommentar geschrieben, der aber nicht freigeschaltet worden ist. Hannah Arendt verweist in ihrem Totalitarismusbuch darauf, dass in der dritten französischen Republik die überwiegende Mehrheit der Abgeordneten der Nationalversammlung korrupt war und dass sich das Ansehen der Republik niemals davon erholt hat. In meinem Wahlkreis kandidiert Philipp Amthor wieder für den Bundestag und die Todesursache von Karin Strenz, ebenfalls Bundestagsabgeordnete aus MV, ist immer noch ungeklärt.

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  6. LIeber Rother Baron, du sprichst von einem allgemeinen Politikversagen und willst kein allgemeines Bashing der Politik. Die Gesetze der letzten beiden Jahren vom Investitionsbeschleunigungsgesetz über das EEG 2021 bis hin zur Merkel-Notbremse haben gezeigt, dass die Bundestagsabgeordneten die Einschränkung von Bürgerrechten widerstandslos durchwinken und keine anderen Interessen als ihre eigenen und diejenigen von Investoren kennen. Grundgesetz, Naturschutz, Gesundheit der Mitbürger sind ihnen gleichgültig. Der Maskenhandel spricht für sich und dürfte nur die Spitze des Eisberges sein. Die Parteien halten an nachweislich korrupten oder betrügerischen Spitzenkandidaten wie von der Leyen, Amthor und nicht zuletzt Giffey fest und signalisieren den Wählern, dass Moral keine Rolle mehr für sie spielt. Ich habe die Entwicklung in den USA vor der Trumpwahl, in Polen vor der Machtübernahme durch PIS beobachtet, ebenso die gegenwärtige Entwicklung in Frankreich, wo Le Pen im ersten Wahlgang im nächsten Jahr wohl die meisten Stimmen erhalten wird. Die gegenwärtige Politik der Bundesregierung hat eine unbestreitbar totalitäre Tendenz, indem der Staat immer mehr Aufgaben an sich zieht und die Handlungsmöglichkeiten der Einzelnen, der Gemeinden, der Bürgerinitiativen und der Vereine mehr und mehr einschränkt. Zur Wahl steht eigentlich nur noch die Farbe des kommenden totalitären Regimes.

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