„Was mich nicht tötet, härtet mich ab!“

Über faschistische Kontinuität in Deutschland

Überarbeitete Fassung, Oktober 2021

Deutschland feiert sich selbst nicht nur gerne als Export-, sondern auch als Bewältigungsweltmeister. Genau dieser Stolz auf die vermeintlich vorbildliche Bewältigung der eigenen Vergangenheit verstellt jedoch allzu oft den Blick auf den faschistoiden Bodensatz, der in bestimmten Denk- und Verhaltensweisen fortlebt.

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INHALT:

Neulich, kurz nach Mitternacht, in einem deutschen Wohnzimmer

Die Fragwürdigkeit des Entschuldigungsdiskurses

Vergangenheit bewältigt, Faschismus überwunden?

Nährböden für den Faschismus

Kapitalistische Wirtschaftsformen

Gefühle nationaler Demütigung

Angst vor sozialem Abstieg

Das Gefühl, von der ökonomisch-technischen Entwicklung überrollt zu werden

Die Verherrlichung innerer Härte: eine Rede Heinrich Himmlers

Faschistoide Ansätze in heutigen Denk- und Handlungsweisen

Die Abschiebepraxis

Spardiktat und Schuldenbremse

Die Legitimierung von Naturzerstörung im Interesse der Energiegewinnung

Die Kasernenstruktur des deutschen Bildungssystems

Notwendigkeit selbstkritischer Sensibilität

Nachweise, Links, Anmerkungen

Neulich, kurz nach Mitternacht, in einem deutschen Wohnzimmer

Irgendwo im tiefsten Deutschland: Schon bald ein Uhr nachts, aber die Gäste wollen noch immer nicht nach Hause gehen. Die Gespräche sind längst ins Stocken geraten, alle wollen ins Bett, sind aber zu träge, um aufzustehen.
Da beschließt die Dame des Hauses, die noch ausstehenden Aufräumarbeiten vor Augen, die Skatbrüder ihres Gatten mit einem gezielten Tabubruch zu vertreiben; mit etwas, das Indignation auslöst, ein unangenehm lastendes, betretenes Schweigen, welches das Ausharren in der Runde nicht nur ungemütlich, sondern fast schon unerträglich macht.
Welches Thema soll unsere geplagte Gastgeberin anschneiden? Sollte sie vielleicht von ihrem neuen Dildo mit der perfekten Passform erzählen? – Nein, ganz schlechtes Thema! Das würde die Betrunkenen wahrscheinlich noch einmal richtig in Fahrt bringen und eine Litanei lähmender Herrenwitze auslösen. Außerdem ist so etwas in Zeiten von Gay- und Love-Parades doch längst kein Tabubruch mehr, sondern gehört fast schon zum guten Ton.
Und wenn sie das Gespräch auf die Verdauung bringen würde? Wenn sie von ihrer Gewohnheit erzählen würde, die warmen Lüfte, die sie in die Kanalisation bläst, mit Politikerreden anzuheizen? – Schon besser. Die Verdauung hat schon eher etwas „Anrüchiges“, niemand gibt gerne seine Gewohnheiten am stillen Örtchen preis.
Aber was, wenn sie gefragt werden sollte, die Reden welcher Politiker sie bei ihren anrüchigen Sitzungen bevorzugt? Dann hätte sie selbst das Worst-Case-Szenario eingeleitet: politische Diskussionen mit Betrunkenen! Die würden dann wahrscheinlich bis zum nächsten Morgen dauern.
Da kommt der Wirtin wider Willen der Zufall zu Hilfe. Einer der Gäste stimmt in einem Anfall allgemeinen Lebensüberdrusses – er hatte sich gerade den letzten Tropfen Schnaps aus der Flasche genehmigt – die „Das-Boot-ist-voll“-Litanei an: „Deutschland kann doch nicht jeden …“, „Wirtschaftsflüchtlinge“, „nehmen uns Deutschen die Arbeitsplätze weg“, „nach Hause zurückschicken“, „Grenzen noch strenger kontrollieren“.
Geistesgegenwärtig nutzt die erschöpfte Gastgeberin ihre Chance. „Das, was durch die Frontex-Grenzschutztruppe geschieht, ist für mich eine Art Holocaust des 21. Jahrhunderts“, fällt sie dem Schwadroneur ins Wort.
Die Folge: Die Gespräche verstummen, das gewünschte peinliche Schweigen tritt ein, gefolgt von einem Schwall empörter Worte. Diese münden jedoch nicht in die gefürchtete politische Diskussion, sondern enden mit dem entrüsteten Abmarsch der Gäste. Der Vergleich heutiger politischer Praxis mit dem nationalsozialistischen Terror war der ersehnte Volltreffer, der nicht zu verzeihende Tabubruch. Wer so argumentiert, ist gewissermaßen nicht satisfaktionsfähig, dem wird die Ehre des Rededuells verweigert.

Die Fragwürdigkeit des Entschuldigungsdiskurses

Ein außenstehender oder womöglich gar ausländischer Beobachter würde sich nun vielleicht mit der übermüdeten Hausfrau freuen, sich aber wohl doch über den durchschlagenden Erfolg ihrer Bemerkung wundern.
Haben wir es bei den Erzürnten etwa mit einer Runde leidenschaftlicher Philosemiten zu tun, die in der Bemerkung eine Schändung des Andenkens an die Holocaust-Opfer sehen? Aber ist nicht der Sündenbock-Topos, bei dem Andersartige – wie in der Säuferrunde die Flüchtlinge – als Projektionsfläche für gesellschaftliche Probleme aller Art herhalten müssen, gerade ein geistiges Erbe des Antisemitismus?
Handelt es sich bei den Skatbrüdern also eher um eine Gruppe von Historikern, die den Holocaust-Vergleich aus Gründen wissenschaftlicher Korrektheit unerträglich finden? Aber warum halten sie dann nicht argumentativ dagegen, anstatt sich entrüstet davonzustehlen? Ist das nicht eher das Verhalten von Menschen, die sich bei etwas ertappt oder zu Unrecht beschuldigt fühlen?
Beschuldigt … Damit kommen wir der Sache schon näher. Denn Deutschland ist ja nicht nur Export- und Erneuerbare-Energien-Weltmeister, sondern auch Entschuldigungsweltmeister. Es gibt Gedenktage für die Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes, Mahnmale, dazu immer wiederkehrende, rituell wiederholte Mea-Culpa-Reden und -Gesten des politischen Führungspersonals. Der Heil-Hitler-Staat ist zu einer heilen Antifaschistenwelt umgebaut worden.
Die Deutschen ein Volk von Antifaschisten? – Nun ja … Eigentlich müsste einen ja schon das zentrale Wort dieser lustvoll zelebrierten Selbstkasteiung misstrauisch machen: „sich entschuldigen“. Ist das, was der Begriff impliziert, überhaupt möglich? Können wir eine Schuld, die wir auf uns geladen haben, selbst wieder von uns nehmen? – Wohl kaum.
Selbst die Wendung „um Entschuldigung bitten“ impliziert etwas Unmögliches. Denn wenn ich anderen etwas angetan habe, können diese zwar versuchen, ihre Rachsucht einzudämmen und mir mein Verhalten nicht nachzutragen. Meine Schuld jedoch bleibt ein Faktum, das die Betroffenen nicht mit einem freundlichen Nicken aus der Welt schaffen können.

Vergangenheit bewältigt, Faschismus überwunden?

Vollends problematisch wird dieser verbale Ablasszauber dadurch, dass er mit der Bewältigung der Schuld auch das Phänomen zu beseitigen beansprucht, auf das diese sich bezieht: den Faschismus. Bewältigungsweltmeister Deutschland hat sich entschuldigt, also hat er sich auch entnazifiziert. Faschismus? Aber doch nicht in Deutschland! Faschistische Kontinuität? Unmöglich, weil mit deutscher Gründlichkeit unter Mahnmalen und Gedenktagen begraben.
Melde gehorsamst: Entschuldigung abgeschlossen! Faschismus beseitigt!
Du zweifelst daran? Dann schändest du das Andenken an die Opfer, deren einmaliges Leid die Einmaligkeit der deutschen Entschuldigungs- und Bewältigungstat spiegelbildlich begründet und so erst in ihrem heroischen Glanz erstrahlen lässt.
Ein Antifaschist, der das antifaschistische Selbstbild des deutschen Staates in Zweifel zieht, indem er die Frage nach einer Kontinuität faschistischer Denk-und Handlungsstrukturen aufwirft, ist in Deutschland somit ein größerer Staatsfeind als ein Faschist. Denn wer sich offen zum Faschismus bekennt, dient den staatlichen Handlungsträgern ja nur als willkommenes Exempel für den Nachweis der eigenen antifaschistischen Haltung.
Jenseits dieser Fassadenrhetorik stellt sich allerdings die Frage: Ist der Faschismus wirklich überwunden? Kann er überhaupt überwunden sein, wenn ein Großteil der Strukturen, die ihn einst haben entstehen lassen, weiter existiert?

Nährböden für den Faschismus

Ich weiß, ich sollte jetzt etwas konkreter werden. Also schauen wir uns den Nährboden, auf dem der Faschismus gedeiht, einmal genauer an. Wie die Forschung gezeigt hat (1), gibt es verschiedene Faktoren, die sein Aufkommen begünstigen. Diese werden je nach theoretischem Standort unterschiedlich gewichtet, doch lässt sich wohl sagen, dass das Vorhandensein und Zusammenwirken mehrerer Faktoren die Etablierung faschistischer Strukturen begünstigt. Als besonders bedeutsam erscheinen dabei:

• kapitalistische Wirtschaftsformen;
• Gefühle nationaler Demütigung;
• die Angst vor sozialem Abstieg;
• das Gefühl, von der ökonomisch-technischen Entwicklung überrollt zu werden.

Kapitalistische Wirtschaftsformen

Bei einer sozioökonomischen Herleitung des Faschismus wird davon ausgegangen, dass dieser dem Kapitalismus in gewisser Weise inhärent ist. Faschistische Strukturen setzen sich demnach immer dann durch, wenn die dem Kapitalismus ebenfalls inhärente Krisenanfälligkeit offen zutage tritt.
Die sich verstärkenden sozialen Unterschiede können in diesem Fall nur noch über eine totalitäre Gemeinschaftsrhetorik und entsprechende Herrschaftsstrukturen überdeckt werden. Nach dieser Sichtweise muss der Kapitalismus also zwangsläufig von Zeit zu Zeit seine liberale Maske fallen lassen und sein wahres, autoritäres Gesicht offenbaren.
Es dürfte wohl unbestritten sein, dass sich die Entstehungsbedingungen für den Faschismus in dieser Hinsicht nicht verschlechtert haben. Allerdings sind autoritäre Formen kapitalistischer Herrschaft heutzutage auch keine Ausnahmeerscheinung mehr. Dies lehrt uns nicht nur das chinesische Gesellschaftsmodell. Vielmehr werden auch im westlichen Wirtschaftssystem Investoren, die gesunde Unternehmen nur deshalb übernehmen, um sie gewinnbringend zu zerschlagen und in ihren Augen überflüssige Arbeitskräfte „freizusetzen“, mit steigenden Aktienkursen belohnt.
Undemokratisches, unsoziales Handeln ist also ganz allgemein ein wirksames Schmiermittel für die Herz-Lungen-Maschine der kapitalistischen Welt: die Börse. Überspitzt formuliert, könnte man daher sagen: Kapitalistische Wirtschaftssysteme münden heute nur deshalb nicht mehr so leicht in faschistische Herrschaftsstrukturen, weil der Kapitalismus selbst faschistoid geworden ist.

Gefühle nationaler Demütigung

Bei diesem Stichwort denken wir hierzulande natürlich in erster Linie an den Versailler Vertrag und an die finanziellen und territorialen Einbußen, die er für das Deutsche Reich mit sich brachte. Daraus resultierten Gefühle nationaler Erniedrigung, die später durch Ereignisse wie die vorübergehende französische Besetzung des Ruhrgebiets noch zusätzlich angeheizt wurden.
Angesichts ihrer heutigen wirtschaftlichen und politischen Macht haben die Deutschen eigentlich keinen Grund mehr, sich gedemütigt zu fühlen. Nichtsdestotrotz scheinen auch heute noch starke Ressentiments in unserer kulturellen DNA weiterzuwirken. Hiervon zeugt nicht zuletzt die selbstgefällige Unnachgiebigkeit, mit der das deutsche Finanzministerium während der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise den Besen des Spardiktats in den Amtsstuben insbesondere Südeuropas geschwungen hat.
Die regelmäßig aufflammende Diskussion über eine verstärkte militärische Beteiligung der Bundeswehr an Auslandseinsätzen der NATO lässt ahnen, wohin das führen kann: Wer ökonomisch nicht am deutschen Wesen genesen will, wird mit militärischen Mitteln dazu „überredet“.

Angst vor sozialem Abstieg

In der vornationalsozialistischen Zeit grassierte die Angst vor sozialem Abstieg insbesondere im Kleinbürgertum, das angesichts der krisenanfälligen Wirtschaft der Zwischenkriegszeit befürchten musste, im Industrieproletariat aufzugehen. Laut Theoretikern der Frankfurter Schule um Theodor W. Adorno und Max Horkheimer hat die daraus resultierende Verunsicherung dazu geführt, dass die Kinder in den betreffenden Familien ihre Väter als schwach und orientierungslos erlebten. Dies hat ihre Bereitschaft gestärkt, sich einem Führer unterzuordnen, der Stärke ausstrahlte und einfache Wahrheiten postulierte (2).
Heute ist an die Stelle des Kleinbürgertums der Mittelstand getreten, der immer stärker von sozialem Abstieg bedroht ist. Denn die Globalisierung hat die Bewegungsmöglichkeiten und damit auch die Optionen des Kapitals beträchtlich erweitert. Die Folge: Unter dem Stichwort „Flexibilisierung des Arbeitsmarkts“ werden systematisch Arbeitnehmerrechte ausgehöhlt. Dies spielt auch heute wieder Populisten in die Hände, die einfache, rückwärtsgewandte Lösungen – wie eine Renationalisierung der Wirtschaft – für die komplexen Probleme propagieren und die keine Skrupel haben, Arbeitsmigranten zu Sündenböcken für diese Probleme zu stempeln.
Dass die Ausstrahlung des populistischen Führungspersonals zuweilen an die Kreuzung zwischen einem Ochsenfrosch und einem Pitbull erinnert, zeugt nicht unbedingt von einer abnehmenden Bereitschaft der Deutschen, sich Führern unterzuordnen. Jedes Volk – bzw. jeder Bevölkerungsteil – wählt sich eben die Führer, in denen es sein Wesen am besten gespiegelt findet. Auch die Ekstase, die der Schreihals Hitler einst in weiten Teilen der Bevölkerung ausgelöst hat, ist aus heutiger Sicht ja kaum nachvollziehbar.

Das Gefühl, von der ökonomisch-technischen Entwicklung überrollt zu werden

Als Grund dafür, dass der Faschismus gerade in Italien und Deutschland so gut gedeihen konnte, wird oft angeführt, dass es sich bei beiden Ländern um „verspätete Nationen“ handelte. Hier wie dort haben die Prozesse der nationalen Einigung und der Industrialisierung erst relativ spät eingesetzt und deshalb einen abrupteren Verlauf genommen als in anderen Ländern. Viele Menschen fühlten sich hiervon überfordert oder gar bedroht, da ihr überkommenes Weltbild zu schnell aus den Fugen geriet.
Dem Faschismus kommt in diesem Zusammenhang eine zwiespältige Funktion zu: Einerseits hat er durch seine Volksgemeinschaftsrhetorik und Zwangsbewirtschaftung die nationale Einigung und Industrialisierung forciert. Andererseits hat er aber durch eine rückwärtsgewandte Blut-und-Boden-Ideologie auch die Ressentiments der Bevölkerung gegen diese Entwicklung bedient.
Was damals Industrialisierung und nationale Einigung waren, sind heute mikroelektronische Revolution und Globalisierung. Beide Prozesse haben so rasante technische und ökonomische Umbrüche zur Folge, dass viele Menschen sich nach den alten, vermeintlich überschaubareren Lebensbezügen zurücksehnen. Diese Sehnsucht hat in zahlreichen Ländern Europas zu einem Erstarken rechtsextremer und -populistischer Bewegungen geführt.
In Deutschland ist die Situation in dieser Hinsicht etwas komplizierter. In offen faschistisch oder rechtsextrem agierenden Gruppierungen sieht der Staat, wie oben ausgeführt, willkommene Anlässe, sein antifaschistisches Selbstbild zu dokumentieren. Diese haben es daher schwer, sich gegen die etablierten Parteien durchzusetzen. Dies bedeutet andererseits aber nicht, dass die Taten verdeckt agierender rechtsextremer Zellen – wie die des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) oder auch von entsprechenden Gruppen in Polizei und Bundeswehr (3) – in ihrem faschistoiden Charakter erkannt und angemessen verfolgt würden.
Faschistoide Tendenzen entfalten ihre zersetzende Wirkung folglich immer dann am effektivsten, wenn sie nicht offen zutage treten. In der Politik ist dies dann der Fall, wenn sie nicht von rechtsextremen Parteien propagiert, sondern im Rahmen des regulären Politikbetriebs umgesetzt werden.
Das beste Beispiel hierfür ist natürlich die Flüchtlingspolitik, deren menschenverachtender Kern auf dem Gedanken einer Ungleichwertigkeit von Menschenleben basiert. Faschistoide Anklänge finden sich jedoch auch in dem von der SPD unter Kanzler Gerhard Schröder eingeführten „Ein-Euro-Job“. Insbesondere die Gemeinschaftsrhetorik, von der er umwölkt ist, erinnert stark an den Reichsarbeitsdienst.

Die Verherrlichung innerer Härte: eine Rede Heinrich Himmlers

Keiner der genannten Nährböden für faschistoides Gedankengut ist speziell auf Deutschland bezogen. Vielmehr beruhen diese jeweils auf transnationalen Entwicklungstendenzen, die überall in Europa dem Aufkommen faschistischer oder faschistoider Tendenzen förderlich sein können.
So stellt sich die Frage, wie der spezifisch deutsche Nährboden für den Faschismus aussieht. Anders ausgedrückt: Welche Aspekte der deutschen Mentalität weisen eine besondere Affinität zu faschistischen Denk- und Gefühlskomplexen auf? Wie sieht das deutsche Gesicht des Faschismus aus?
Für mich spiegelt sich dieses Gesicht am deutlichsten in der berühmten Rede wider, in der Heinrich Himmler sich 1943 gegenüber Reichs- und Gauleitern in Poznań (Posen) zur Judenvernichtung geäußert hat. Darin lobt er sich und die SS dafür, angesichts dieser Aufgabe nicht „weich zu werden und durchzudrehen bis zu Nervenzusammenbrüchen“:

Der Satz ‚Die Juden müssen ausgerottet werden‘ mit seinen wenigen Worten, meine Herren, ist leicht ausgesprochen. Für den, der durchführen muss, was er fordert, ist es das Allerhärteste und Schwerste, was es gibt. (…) Es trat an uns die Frage heran: Wie ist es mit den Frauen und Kindern? – Ich habe mich entschlossen, auch hier eine ganz klare Lösung zu finden. Ich hielt mich nämlich nicht für berechtigt, die Männer auszurotten – sprich also, umzubringen oder umbringen zu lassen – und die Rächer in Gestalt der Kinder für unsere Söhne und Enkel groß werden zu lassen. Es musste der schwere Entschluss gefasst werden, dieses Volk von der Erde verschwinden zu lassen. Für die Organisation, die den Auftrag durchführen musste, war es der schwerste, den wir bisher hatten. Er ist durchgeführt worden, ohne dass – wie ich glaube sagen zu können – unsere Männer und unsere Führer einen Schaden an Geist und Seele erlitten hätten„. (4)

Im Kern geht es bei der Haltung, die Himmler hier verklärt, um die gezielte Unterdrückung von Gefühlen der Empathie und des Mitleids im Interesse der Umsetzung eines abstrakten, menschenverachtenden Ziels. Diese soldatische Härte mag im Nationalsozialismus eine besonders extreme Ausprägung erfahren haben. Angelegt ist sie jedoch bereits in der soldatischen Organisation des preußischen Staatswesens und des Wilhelminismus. Sie ist somit tief in der deutschen Geschichte verwurzelt.
Dies zeigt nicht zuletzt die bekannte Redewendung: „Was mich nicht tötet, härtet mich ab“ (5). Freudianisch gesprochen, drückt sich darin eine Überanpassung an das Über-Ich aus, bei der ein verunsichertes Ich sich vollständig dessen Geboten unterwirft und eigene Bedürfnisse, die diesen entgegenstehen, als Zeichen von Schwäche verwirft. Das eigene Selbstwertgefühl wird dabei aus der Identifikation mit der übergeordneten Instanz generiert, anstatt sich aus einer kritischen Auseinandersetzung mit dieser zu ergeben (6).

Faschistoide Ansätze in heutigen Denk- und Handlungsweisen

Spuren der Geisteshaltung, die in der Rede Himmlers zum Ausdruck kommt, lassen sich auch heute noch in Begründungsmustern für gesellschaftliches Handeln ausmachen. Beispiele hierfür sind etwa:

• die Abschiebepraxis;
• Spardiktat und Schuldenbremse;
• die Legitimierung von Naturzerstörung im Interesse der Energieversorgung;
• die Kasernenstruktur des deutschen Bildungssystems.

Die Abschiebepraxis

Noch immer werden Menschen, die teilweise schon sehr lange in Deutschland leben, zuweilen ohne Rücksicht auf ihre familiären Bande, ihre Integration in die deutsche Gesellschaft und die wirtschaftliche Not, die ihnen in ihren Herkunftsländern droht, abgeschoben (7).
Das natürliche Mitgefühl mit den Betreffenden wird hier gezielt unterdrückt, um den abstrakten Zielen formaler Gesetzestreue, kultureller Homogenität und der Abschreckung anderer Flüchtlinge Genüge zu tun. Aus ähnlichen Motiven wird an den Außengrenzen der Europäischen Union der tausendfache Tod von Flüchtlingen in Kauf genommen.

Spardiktat und Schuldenbremse

Das von Deutschland führend vertretene Konzept der Schuldenbremse als Mittel zur Sanierung der europäischen Finanzen hat während der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise in Südeuropa, speziell in Griechenland, zu massenhafter Arbeits- und Obdachlosigkeit geführt. In nicht wenigen Fällen hat es Menschen auch in den Selbstmord getrieben.
Auch hier ist das Mitgefühl mit denen, die von dieser Politik überrollt werden, gezielt unterdrückt worden. Der sozialpolitische Kahlschlag wurde als unerlässliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Gesundung propagiert. Die soldatische Härte hat dabei zur Blindheit gegenüber der Tatsache geführt, dass eine den Tod von Menschen nicht nur in Kauf nehmende, sondern gezielt provozierende Wirtschaftspolitik den durch die Reformen angestrebten Umbau der Gesellschaft von vornherein delegitimiert.
Paradoxerweise wurde das fiskalpolitische Spardiktat auf der Ebene der Geldpolitik von einer gegenläufigen Praxis konterkariert. Die Nullzinspolitik und das Anleiheprogramm der Europäischen Zentralbank verschafften insbesondere den Staaten Südeuropas jene günstigen Finanzierungsmöglichkeiten, durch die sie einen drohenden Staatsbankrott abwenden konnten. Der solide Staatshaushalt sollte jedoch in erster Linie der Stabilität der gemeinsamen europäischen Währung dienen und deshalb gerade nicht mit vermehrten Staatsausgaben im Bereich der Sozialpolitik verbunden werden.
Dies zeigt, dass Spardiktat und Nullzinspolitik einer gemeinsamen politischen Agenda folgen, die im Kern einer Absicherung des gesellschaftlichen Status quo und der damit verbundenen sozialen Ungerechtigkeiten dienen soll. Daran ändern auch die astronomischen Summen nichts, die im Rahmen des Corona-Aufbaufonds in die Staatshaushalte gepumpt werden. Auch hierbei geht es primär um die Festigung der bestehenden Wirtschaftsstrukturen – mitsamt den sozialen und ökologischen Problemen, die sich aus ihnen ergeben.

Die Legitimierung von Naturzerstörung im Interesse der Energiegewinnung

Der frühere saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf hat einmal davon gesprochen, wir müssten uns für unsere Energieversorgung „von liebgewonnenen Landschaften trennen“. Auch dies offenbart eine Haltung, bei gezielt eine als „schwächlich“ diffamierte Gefühlslage – der Wunsch nach einem Leben in einer unverbauten Natur, nach einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur – verdrängt wird, um eine abstrakte Zielvorgabe – die Deckung des deutschen Strombedarfs durch erneuerbare Energien – umzusetzen.
Die sich selbst abverlangte Härte bewirkt auch hier eine vollständige geistige Unterordnung unter das betreffende Konzept, eine Art Denkverbot. Die Folge ist, dass das eigentliche Ziel einer umweltschonenden Energieversorgung ins Gegenteil verkehrt und die planmäßige industrielle Zerstörung der letzten Reste intakter Natur durch Windstromanlagen und die rücksichtslose Ausbeutung der für das neue Energiezeitalter benötigten Ressourcen (8) vorangetrieben wird.

Die Kasernenstruktur des deutschen Bildungssystems

Schlechte Noten, Tadel, Schulverweise, das Nicht-Versetzen in die nächste Klassenstufe – all das wird im deutschen Schulwesen gerne damit begründet, dass es nur „zum Wohle des Kindes“ geschehe. Der naheliegende Impuls, Kinder in ihren individuellen Lernprozessen zu fördern, ihnen Lust am Lernen zu vermitteln, anstatt sie mit Strafen und Zurücksetzungen zu frustrieren, wenn sie sich in dem Pauksystem nicht zurechtfinden, wird dabei systematisch unterdrückt. Zwar hat es in den vergangenen Jahren einige Reformen gegeben, die den Weg zu einer stärker an den Bedürfnissen der einzelnen Lernenden orientierten Schule weisen. Dies gilt insbesondere für die neuen Gemeinschaftsschulen, die für offenere Lernformen, den Verzicht auf zwangsweises Sitzenbleiben und differenziertere Formen der Leistungsbewertung stehen.
Gemeinschaftsschulen sind bislang allerdings nur eine Schulform unter anderen. In Baden-Württemberg etwa betrug der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die in der Sekundarstufe 1 eine Gemeinschaftsschule besuchten, im Schuljahr 2020/21 lediglich 13,65 Prozent. Und gar nur 0,44 Prozent aller Lernenden an weiterführenden Schulen durchliefen die Sekundarstufe 2 an einer Gemeinschaftsschule (9).
Damit bleiben die Gemeinschaftsschulen de facto ein besserer Ersatz für die bisherigen Haupt- und Realschulen – die gleichwohl neben den neuen Schulen weiterbestehen. Sie dienen so als Auffangbecken für Lernende, die mit den rigideren Unterrichtsformen an den anderen Schulformen nicht zurechtkommen. Auf diese Weise ermöglichen sie jedoch implizit auch den Fortbestand des alten, die ungleichen sozialen Verhältnisse widerspiegelnden und reproduzierenden dreigliedrigen Schulsystems. Und dieses ist eben weit entfernt von der „Pädagogik vom Kinde aus“, die spätestens seit dem 1900 von Ellen Key ausgerufenen „Jahrhundert des Kindes“ (dt. 1902) den schulreformerischen Diskurs prägt.
Dies zeigt, dass es im deutschen Bildungssystem noch immer in erster Linie darum geht, die Unterordnung der Heranwachsenden unter die Deutungshoheit des Staates sicherzustellen. Die durchaus vorhandenen Bemühungen einzelner Schulen und Lehrkräfte, sich stärker an den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Lernenden zu orientieren, bleiben auf Leuchtturmprojekte beschränkt.
Solange aber an einem Großteil der deutschen Schulen nicht das Lernen gelernt, sondern den Kindern Wissen eingetrichtert wird, als wolle man lauter Kandidaten für Quiz-Shows heranzüchten, bleibt die Schule in Deutschland das, als was sie schon Wilhelm Liebknecht 1872 beschrieben hat: eine reine „Dressuranstalt“, eine Kaserne der Nation (10).

Notwendigkeit selbstkritischer Sensibilität

Wie man sieht, gibt es in Deutschland noch immer einen beträchtlichen Bodensatz faschistoider Geisteshaltungen. Nur durch eine Auseinandersetzung mit diesen erscheint eine vollständige Überwindung des Faschismus hierzulande denkbar.
Dafür müsste jedoch zunächst die selbstherrliche Attitüde des Bewältigungsweltmeisters aufgegeben werden. An ihre Stelle müsste eine selbstkritische Sensibilität gegenüber faschistoiden Denk-, Empfindungs- und Handlungsmustern treten – und zwar gerade auch in jenen Bereichen, die auf den ersten Blick unverdächtig erscheinen. Denn das Unkraut des Faschismus breitet sich wie jedes Unkraut gerade dort am besten aus, wo es im Schatten der Ignoranz wuchern kann.

Nachweise, Links, Anmerkungen

(1) Die aktuellste Übersicht über die gängigen Faschismustheorien bietet der Einführungsband von Mathias Wörsching: Faschismustheorien: Überblick und Einführung: Ihre Geschichte, ihre Aktualität. Stuttgart 2020: Schmetterling-Verlag. Ebenfalls jüngeren Datums ist ein Überblicksband der Rosa-Luxemburg-Stiftung: Häusler, Alexander / Fahrenschild, Michael: Faschismus in Geschichte und Gegenwart. Ein vergleichender Überblick zur Tauglichkeit eines umstrittenen Begriffs. Berlin 2020: Rosa-Luxemburg-Stiftung (Manuskripte, Neue Folge; 26).
Weitere wichtige Überblicksbände:
Kühnl, Reinhard (Hg.): Texte zur Faschismusdiskussion. Band 1: Positionen und Kontroversen; Band 2: Faschismustheorien: Ein Leitfaden. Reinbek 1979/81: Rowohlt; aktualisierte Neuauflage von Band 2 1990: Heilbronn, Distel-Verlag.
Saage, Richard: Faschismustheorien. Eine Einführung (1976). München 4., durchgesehene Aufl. 1997: Nomos.
Ders.: Faschismus. Konzeptionen und historische Kontexte. Wiesbaden 2007: Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Weil, Bernd A.: Faschismustheorien. Eine vergleichende Übersicht. Frankfurt/Main 1984: R.G. Fischer.
Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute (1972). Darmstadt 7. Aufl. 1997: Primus (Erträge der Forschung; 17).
(2) Vgl. Adorno, Theodor W. / Frenkel-Brunswik, Else / Levinson, Daniel J. / Sanford, R. Nevitt. The Authoritarian Personality. New York 1950: Harper & Brothers. (Beiträge von Adorno 1973 auf Deutsch erschienen u.d.T. Studien zum autoritären Charakter, hg. von Ludwig von Friedeburg);
Fromm, Erich: Sozialpsychologischer Teil. In: Horkheimer, Max u.a.: Studien über Autorität und Familie. Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialforschung, S. 77 – 135. Paris 1936: Alcan.
(3) Zum Problem rechtsextremer Netzwerke in Polizei und Bundeswehr sowie zur Frage des institutionellen Rassismus in deutschen Behörden vgl. Schultz, Tanjev: Rechtsterroristen im Staatsdienst? In: Bundeszentrale für politische Bildung, Dossier Rechtsextremismus; 14. Mai 2021.
(4) Himmler, Heinrich: Rede vor den Reichs- und Gauleitern in Posen am 6. Oktober 1943 ; 1000dokumente.de (PDF), S. 25. Druckfassung in: Heinrich Himmler: Geheimreden 1933 bis 1945 und andere Ansprachen, herausgegeben von Bradley F. Smith und Agnes F. Peterson, S. 162 – 183. Frankfurt/Main u.a. 1974: Propyläen.
(5) Die Redewendung geht auf einen Aphorismus Friedrich Nietzsches in der Götzen-Dämmerung (1889) zurück: „Aus der Kriegsschule des Lebens. – Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“ (Sprüche und Pfeile, 1 – 10, Nr. 8). Dies deutet zwar bereits voraus auf die späteren Abwandlungen des Ausspruchs, die dessen soldatischen Charakter noch stärker akzentuierten. Bei Nietzsche ist die „Kriegsschule des Lebens“ allerdings mehr im geistigen Sinne zu verstehen – als Zuwachs an geistiger Freiheit, der sich aus der von ihm postulierten Umwertung aller Werte und insbesondere der Absage an die christliche Metaphysik ergibt. Hiervon zeugt auch der unmittelbar vorausgehende Aphorismus: „Wie? ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?“ (ebd., Nr. 7); Druckfassung: Nietzsche, Friedrich: Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert (1889). In: Ders.: Werke in drei Bänden, Bd. 2, S. 943 f. München 1954: Hanser.
(6) Vgl. Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur (1930): In: Ders.: Fragen der Gesellschaft, Ursprünge der Religion, S. 191 – 270 (Studienausgabe, Bd. IX). Frankfurt/Main 1997: Fischer.
(7) Vgl. hierzu die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke zum Thema Abschiebungen und Ausreisen 2020 ; Deutscher Bundestag, Drucksache 19/27007, 25. Februar 2021. In ihrer „Vorbemerkung“ weisen die Abgeordneten u.a. auf die Zunahme „unverhältnismäßige[r] Gewaltanwendung“ bei Abschiebungen hin, etwa durch den vermehrten Einsatz von Hand- und Fußfesseln oder von so genannten „Bodycuffs“, die beide Fesselungsformen durch einen Hüftgürtel miteinander verbinden. Auch sei es zur Androhung von Waffengewalt und zum Eintreten von Haustüren gekommen. Ferner seien Familien zuweilen auf äußerst rabiate Weise voneinander getrennt worden, etwa durch eine Abschiebung eines Vaters und seiner sieben Kinder, während die Mutter mit einer Risikoschwangerschaft im Krankenhaus lag (vgl. ebd., S. 2).
(8) Zu erwähnen sind hier zum einen die für die Akkus benötigten Rohstoffe, an erster Stelle Lithium und Kobalt. Für die Stahlbetontürme der Windkraftanlagen werden jedoch auch Unmengen von Zement benötigt, bei dessen Produktion viermal so viel klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt wie durch den gesamten jährlichen Luftverkehr. Außerdem führt die Zunahme von Betonbauten zu einem verstärkten Abbau der als Grundmaterialien benötigten Rohstoffe Sand und Kies – was wiederum gerade das fördert, was durch die Klimaschutzmaßnahmen eigentlich verhindert werden soll: die Erosion.
Boddenberg, Sophia: Lithiumabbau für E-Autos raubt Dörfern in Chile das Wasser. Deutsche Welle, 27. Januar 2020.
Faget, Jochen: Lithium-Krieg in Portugal. Elektroautos und die Folgen. Deutschlandfunk Kultur, 27. Januar 2020.
Langen, Kristin: Bauwirtschaft und Klimaschutz: Stahl, Beton und Zement verschlingen Energie. Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 9. Juli 2019.
Pramer, Philip: Böser Beton. Warum Zement der geheime Klimakiller ist. In: Der Standard, 3. Mai 2019.
Röhrlich, Dagmar: Sand: Ein nur scheinbar unendlicher Rohstoff . Deutschlandfunk, Hintergrund, 5. Januar 2020.
Staude, Linda: Kobaltabbau im Kongo. Der hohe Preis für Elektroautos und Smartphones. Deutschlandfunk, Hintergrund, 25. Juli 2019.

(9) Vgl. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Allgemeinbildende Schulen nach Schularten; Gesamtüberblick für das Schuljahr 2020/21; Stand 21. Oktober 2020.
(10) Liebknecht, Wilhelm: Wissen ist Macht – Macht ist Wissen. Festrede, gehalten zum Stiftungsfest des Dresdener Bildungs-Vereins am 5. Februar 1872. Berlin, Neuaufl. 1904 : Verlag der Expedition des „Vorwärts“; Druckfassung auch in: Feidel-Mertz, Hildegard: Zur Geschichte der Arbeiterbildung, S. 60 ff. Bad Heilbrunn/Obb. 1968: Klinkhardt (Pädagogische Quellentexte).

Titelbild: Karrikatur aus „The Daily Express“, London, 29.6.1933

3 Kommentare

  1. Das ist eine sehr bedenkenswerte Analyse. Es ist dieser Mangel an Diskursfähigkeit und die „Unerbittlichkeit“ bei einer abstrakten Zielsetzung, die irgendwie „typisch deutsch“ zu sein scheinen. Natürlich ist dies durchaus – wie im Essay dargelegt- faschistoid, aber der deutsche Faschismus in seiner „Gründlichkeit“ ist wiederum speziell. Der Link zur Energiewende dürfte den sich fortschrittlich wähnenden „Linken“ nicht gefallen. 😉

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