Windkraft-Leninismus

Zu den Plänen der Bundesregierung für einen forcierten Windkraftausbau

Der Dirigismus zur Durchsetzung des Windkraftausbaus nimmt immer totalitärere Züge an. Was als Mittel zur Verteidigung der freien Welt propagiert wird, droht somit das Gegenteil zu bewirken.

Der Krieg gegen die Ukraine: ein Argument für den Windkraftausbau?

Seit nunmehr einem Jahrzehnt wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass ich eines Morgens aufwache und feststelle: Der Windkraft-Alptraum ist vorbei! Die Politik ist endlich zur Besinnung gekommen. Fakten werden nicht mehr durch die „alternativen Fakten“ der Windkraftlobbyisten ersetzt, sondern zur Kenntnis genommen und bei der Entscheidungsfindung entsprechend berücksichtigt.
Stattdessen hat die Lobbyistenhörigkeit der Politik infolge des Kriegs gegen die Ukraine nun sogar noch einmal zugenommen. Jetzt fallen auch die letzten Schranken, endlich bekommt die Windindustrie jene Natur-, Umweltschutz und Bürgerbeteiligung aushebelnden Gesetze, nach denen sie schon so lange giert.
Früher war das Totschlagargument: Wer nicht für Windkraft ist, ist für Atom- und Kohlestrom! Pfui Teufel, was für ein Dreckfink!
Heute kann man noch einen draufsetzen und sagen: Wer nicht für Windkraft ist, ist für Völkermord und Kriegsverbrechen. Nur die Windkraft sichert uns die Unabhängigkeit von russischer Energie.

Wohlstand in einem Gefängnis aus Stahlbetontürmen?

Pragmatischere Zeitgenossen fügen vielleicht noch hinzu: Irgendwie müssen wir ja die Wirtschaft am Laufen halten. Irgendwie müssen wir ja sicherstellen, dass wir unseren Lebensstandard erhalten können.
Dabei ist genau das durch die Windkraft eben nicht gesichert. Mit den jetzt beschlossenen Ausbauplänen zur Windenergie wird Deutschland endgültig unbewohnbar werden. 2 Prozent der Landesfläche mit Windkraftanlagen zuzustellen, bedeutet praktisch, dass das ganze Land zum Kraftwerk wird, zu einem dichten Netz aus Stahlbetongittern, zwischen denen die Menschen wie Automaten dahinvegetieren.
Was soll denn das für ein Lebensstandard sein? Wer möchte denn so leben? Würden nicht die meisten von uns lieber an der einen oder anderen Stelle Abstriche hinnehmen, anstatt in ein Gefängnis aus Stahlbetontürmen gesperrt zu werden?

Alternativen zur Alternativlosigkeit

Das Problem ist nur: Es fragt uns niemand. Die Logik, dass der Windkraftausbau unverzichtbar ist zur Sicherung von Zukunft, Klima, Welt, Universum und was sonst noch hochbedeutsam erscheint, wird einfach von oben gesetzt. Über Alternativen zu reden, ja die Debatte darüber auch nur anzuregen, erscheint schon als Landesverrat.
Dabei ist die Gleichung „Windkraft = Klimaschutz = Zukunft“ in dieser Einseitigkeit eben keineswegs alternativlos. Die Reaktion auf die Fragilität der Energieversorgung infolge des Kriegs gegen die Ukraine könnte auch lauten: Sofortiges Tempolimit auf deutschen Autobahnen! Einschränkungen bei der ebenso energieintensiven wie klimaschädlichen Event-Mobilität! Keine Sauna-Temperaturen in den Wohnungen mehr im Winter! Besteuerung von Fleisch und massive Förderung der klimafreundlichen veganen Ernährung! Förderung handbetriebener Garten- und Haushaltsgeräte (Spindelmäher, Handsense, Teppichkehrer …)! Intensivierung der Kreislaufwirtschaft!
Mit anderen Worten: Wir könnten unser Wirtschaftssystem hinterfragen, das in einer Spirale aus immer mehr Konsum und dafür benötigter Energie gefangen ist. Wir könnten uns dem Wahnsinn eines Alltags stellen, in dem elektrobetriebene Geräte eben jene Kalorien an unseren Bäuchen festkleben, die wir dann für teures Geld im Fitness-Studio abstrampeln. Oder dem Wahnsinn einer Nahrungsmittelproduktion, bei der wir das Soja klimaschädigend an das Vieh verfüttern, anstatt es klimaschonend selbst zu futtern. Oder dem Wahnsinn, dass wir unsere eigene Landschaft verschandeln, um dann klimaschädigend in andere Weltregionen zu reisen, wo wir uns über die Unberührtheit der Natur eine Träne abdrücken.

Erfülltes Leben durch Abkehr von der Wachstumsideologie

Eine Abkehr von der Wachstumsideologie würde uns keineswegs unglücklich machen, sondern uns im Gegenteil einen einfacheren, direkteren Weg zum Glück zeigen; zu einem Glück, das nicht auf materiellen Gütern beruht, sondern auf innerem Frieden und einem Leben in Übereinstimmung mit der Natur. Es wäre genau das, was in den Wellness-Seminaren für stressgeplagte Manager immer gepredigt wird. Ein sehr wirksames „Simplify your life“, eine gründliche Entrümpelung unseres Lebenshauses, bei dem am Ende nur das übrig bliebe, was wir wirklich für ein erfülltes Leben brauchen.
Die Windkraft aber macht das Gegenteil mit uns: Sie verstärkt nicht nur das Krebsgeschwür der Wachstumsideologie, sondern fördert darüber hinaus auch noch die Entfremdung von der Natur. Sie stellt uns vor die Wahl, entweder in den Hamsterkäfigen kleiner Stadtwohnungen oder zwischen den Gitterstäben des Windkraftgefängnisses zu leben – es sei denn, wir gehören zur Penthouse-Elite mit dem grünen Gewissen und dem gut gepolsterten Windkraftaktien-Konto.

Linksgrüne Blindheit gegenüber der Propagandamaschine der Windindustrie

Was ich überhaupt nicht verstehe: Warum es ausgerechnet ein Zeichen links-alternativen Bewusstseins sein soll, sich der Lobbyisten-Propaganda des angeblich unverzichtbaren Windkraftausbaus zu unterwerfen. Wie ist es nur möglich, dass gerade in den linksintellektuellen Kreisen, die sonst doch so stolz sind auf ihr kritisches Denken, niemand die geistige Gewalt bemerkt, mit der die Windkraftindustrie ihre Interessen durchsetzt?
Wer heute in den Suchmaschinen des Internets nach Kritik an der Windkraft sucht, stößt immer zuerst auf die Websites der Windenergiefirmen, die diese Kritik lächerlich machen. Gerade angesichts der zuletzt intensivierten Diskussionen über die Logik der Algorithmen bei Google, Facebook und Co. wirft dies doch die Frage auf: Zahlen die Firmen für die bessere Platzierung ihrer Propaganda-Artikel? Oder verfügen sie über eigene Abteilungen, die für die optimierte Web-Präsenz sorgen?
Was dann wiederum die Frage nach sich zieht: Was ist daran demokratisch? Wo bleibt die neutrale Information? Und müsste dem geschulten Blick nicht die propagandistische Ausrichtung der Propaganda-Artikel auffallen? Diese jede Kritik abschätzig beiseitewischende Attitüde, wie sie von Atomstrom- und Tabak-Industrie nur allzu bekannt ist?

Negierung von Gesundheits- und Naturschäden

Genau hierin liegt denn auch der Kern der Problematik, wenn es um den derzeit geplanten entfesselten Windkraftausbau geht: Die Gesundheit der Menschen und ihr Bedürfnis nach einem Leben in Eintracht mit der Natur werden dabei schlicht unter den Teppich gekehrt.
Naturschäden? Müssen hingenommen werden im Interesse der heiligen Mission der Planetenrettung! Wer braucht schon Natur, wenn er ein prima Klima haben kann?
Infraschall? Eine Erfindung der Atomstrom-Lobby! Schall ist überall, also macht das bisschen Zusatzschall von den Windkraftanlagen gar nichts aus!
Beengungsgefühle im Stahlbetongefängnis der Windtürme? Alles nur Einbildung! Windkraft ist die Zukunft, also ist ihr Anblick auch schön. Wer das Gegenteil sagt, soll doch in die Kohlegrube ziehen.

Verantwortungsloser Dirigismus

Auf diese Weise wird die Politik ihrer Verantwortung für die Menschen in doppelter Weise nicht gerecht. Zum einen nimmt sie Gesundheitsschäden billigend hin oder leugnet sie. Damit wären wir dann wieder bei der Atomstrom-Propaganda, die ja ebenfalls Gesundheitsschäden in der Nähe von Atomkraftwerken als puren Zufall hinstellte. Infraschall ist eben sehr wohl ein ernst zu nehmendes Problem – nur wird die Forschung zu seiner speziellen Ausprägung im Umkreis von Windkraftanlagen eben schon seit Jahren unterdrückt oder zumindest nicht gefördert.
Zum anderen wird durch die Rücksichtslosigkeit, mit der jetzt gegen alle Bedenken und Bedürfnisse der Windkraftausbau durchgesetzt werden soll, auch die Demokratie ausgehöhlt. Das Ganze erinnert recht stark an den berühmten Ausspruch von Lenin auf dem Gesamtrussischen Sowjetkongress vom 22. Dezember 1920: „Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes.“
Wie wir heute wissen, führte dieser Weg aber eben nicht in das gelobte Land des Kommunismus, sondern in Stalinismus und Totalitarismus, letztlich mit der Spätfolge des Putinismus. Eine an die Diktatwirtschaft des Realsozialismus angelehnte Politik ist deshalb kaum geeignet, uns in die verheißene goldende Zukunft zu führen.

Nachweise

Lenin-Zitat: Berliner Institut für kritische Theorie (InkriTpedia): Stichwort „Elektrifizierung“.

Zur Debatte um Abstandsregeln, Infraschall und die mangelnde Förderung der Forschung hierzu gibt es ein neueres Interview im Nordkurier, das sowohl von den Antworten als auch von der suggestiv-aggressiven Fragestellung her aufschlussreich ist: Windenergie: „Infraschall schwächt die Herzkraft“ (Ulrich Mendelin im Gespräch mit dem Mainzer Kardiologen Christian-Friedrich Vahl). Nordkurier, 24. Mai 2022.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit problematischen Aspekten der Windenergie findet sich in RB: Das Windstromkartell. Kleines ABC seiner Durchsetzungsstrategien;

aktualisierte Kurzfassung: Das Heilige Windrad als Höllenmaschine. Natur- und klimaschädliche Auswirkungen der Windkraft.

Top-Ten-Liste für energiesparenden Klimaschutz ohne Windkraft in: Scharnierblick 2021/22: 6. Klimaschutz

6 Kommentare

  1. Die Gleichung „Windkraft = Klimaschutz“ ist falsch. Vgl. https://app.electricitymap.org/map
    Aber schon „Klimaschutz“ für sich ist falsch. Vgl. https://arxiv.org/abs/0707.1161 sowie https://www.youtube.com/watch?v=6uKHGzpHO8w&t=1s sowie https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2022/06/08/erinnerung-an-dr-ralf-d-tscheuschner/
    Die Klimaideologie hat mit dem Marxismus/Leninismus die Gemeinsamkeit, dass es sich jeweils um eine wissenschaftliche Weltanschauung handelt, d.h. eine Weltanschauung, die Hypothesen zu Dogmen einfriert und diese zur Staatsideologie erhebt. Die Rassenlehre war auch eine wissenschaftliche Weltanschauung. Die „wissenschaftlichen“ Notwendigkeiten machen dann demokratische Entscheidungen überflüssig oder hebeln sie aus. Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit.
    Die Gleichungen Windkraft = Zukunft und Klimaschutz = Zukunft scheinen mir zu stimmen, denn Klimaschutz, ob nun in Form von Windkraft oder CO2- Verpressung oder in welcher Form auch immer, leitet das Geld der Bürger und der Staaten in die Taschen der Investoren, d.h. des Finanzkapitals. Und wer will für so edle Zwecke nicht jedes Opfer bringen?
    Natürlich sind Impfstoffe und Waffen als Finanzprodukte Alternativen zu Windkraftanlagen, aber man kann ja auch alle drei miteinander verbinden.

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