Windkraft, Windkraft über alles?

Jahresrückblick 2022: Energiepolitik in Deutschland

Der Krieg gegen die Ukraine hat die deutsche Politik in ihrer obsessiven Fixierung auf die Windkraft bestärkt. Die energiepolitische Realität sieht freilich ganz anders aus.  

Eine Branche unter Tabuschutz

Die Windkraft steht in Deutschland nach wie vor unter Tabuschutz. Zwar werden einzelne Aspekte der Rohstoffgewinnung für die Energiewende immer wieder öffentlich kritisiert. Den Charakter der Windkraft als einer Schlüsseltechnologie für das neue Energiezeitalter anzuzweifeln, gilt jedoch noch immer als eine Art von Gotteslästerung.

Kriegsgewinnler Windkraft

Dieser sakrosankte Status der Windenergie ist infolge des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine noch einmal verstärkt worden. Er soll überdecken, dass die Windkraft in den vergangenen Jahren nur das schmückende Beiwerk einer auf Erdgas basierenden Energiepolitik war – und nach dem Erdgas-Deal mit Katar auch auf absehbare Zeit sein wird.

Mittelbare und unmittelbare Umweltschäden durch Windkraft

Als Aushängeschild der deutschen Energiepolitik überstrahlt der Propagandaglanz der Windkraft auch die Folgen, die mit der fast schon obsessiven Konzentration auf diese Form der Energiegewinnung einhergehen. Dies betrifft sowohl die unmittelbar mit der Windkraft zusammenhängenden Umweltprobleme als auch die mittelbaren Folgen, die etwa aus der wasser- und energieintensiven Produktion von „grünem“ Wasserstoff resultieren.

Alte und neue Abhängigkeiten durch einseitige Energiepolitik

Hinzu kommt, dass die Neuausrichtung der Energiepolitik nach dem Ende des  Honeymoons mit Russland schon wieder neue Abhängigkeiten entstehen lässt. Im Fall von Katar und Marokko, dem bei der Produktion von grünem Wasserstoff eine Schlüsselrolle zugedacht ist, droht dies erneut zu einem bewussten Wegsehen bei Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung anderer Völker – wie den Sahrauis in der Westsahara – zu führen.

Schizophrene Umweltpolitik

Die Heiligsprechung der Windkraft hat zudem eine fast schon schizophrene Umweltpolitik zur Folge. Während die Bundesregierung auf internationaler Bühne – wie zuletzt bei der Weltnaturschutzkonferenz in Montréal – als Fürsprecher des Artenschutzes auftritt, wird der Natur- und Artenschutz daheim ganz gezielt im Interesse eines rücksichtslosen Ausbaus der Windkraft zurückgefahren.

Entdemokratisierung durch Windkraftförderung

Die fehlende Diskursbereitschaft beim Ausbau der Windkraft und die immer stärkere Einschränkung der Mitsprache- und Klagemöglichkeiten von Bürgerinitiativen bei geplanten Windkraftanlagen erweitern den Kahlschlag beim Natur- und Artenschutz zudem um einen Kahlschlag bei demokratischen Mitbestimmungsrechten. So befördert der gegen Natur und Mensch durchgesetzte Windkraftausbau zusätzlich die Politikverdrossenheit.

Ausführliche Beiträge zum Thema:

Glossar:

Das Heilige Windrad als Höllenmaschine. Natur- und klimaschädliche Auswirkungen der Windkraft. Eine Argumentesammlung in Form eines Mini-Glossars, mit zahlreichen Links zu einschlägigen Untersuchungen; erweiterte Fassung August 2022 (enthält auch Nachweise zur Aushebelung des Artenschutzes für den Windkraftausbau).

Essays:

Windkraft-Leninismus. Zu den Plänen der Bundesregierung für einen forcierten Windkraftausbau.

Ein Angriff auf Natur und Rechtsstaat. Ein Kommentar zum „Investitionsbeschleunigungsgesetz“.

Orientalisches Tauschgeschäft: Menschenrechte gegen grünen Wasserstoff. Zur Neuorientierung der deutschen Marokko-Politik.

Energiepolitisches Rowdytum. Ein Blick auf die außenpolitischen Auswirkungen der deutschen Energiepolitik.

Literarische Auseinandersetzung mit der Thematik:

Rothilda von Rotortod: Überdreht. Wie Außerirdische die Erde mit Windrädern erobern wollten:

Buch

Ebook

PDF: überarbeitete Fassung Januar 2022

Bild: Ilka Hoffmann: Anbetung des heiligen Windrads

5 Kommentare

      1. Genau. Jede Energie, die verbraucht wird, ist ein Problem. Deshaöb hilft nur Energie zu sparen und effiziente lösungen zu finden. WKA sind eher ein zusätzliches Problem als eine Lösung.

        Keine Energiebeschaffung ist ohne Fehl und Tadel.

        Gefällt mir

  1. Danke für die guten und kritischen Beiträge zum Thema ohne Häme und ohne Polemik. Das könnte ein Ansatz für Diskussion sein. Denn: Man KÖNNTE ja über Windkraft ganz nüchtern diskutieren: Was bringt sie in Bezug auf den Kilmaschutz und die Energieversorgung?- Grenzen und Chancen?- Ökologische Verwerfungen? – Nachbesserungen? – KÖNNTE!- Was geschieht stattdessen. In fast schon totalitärer Art und Weise wird die Windkraft in den Markt und in die Landschaft gedrückt. Dazu
    tanzen und kleben WKA-Groupies. Diskussion gänzlich unerwünscht. Wer diskutiert, wird beschimpft. Mich erinnert das an die stalinistischen Staudammprojekte. Fehlen nur noch Propagandafilme mit pathetischer Musikuntermalung. Oder gibt es die etwas auch schon?

    Gefällt 1 Person

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