Windkraft-Netzlese

Neue_Energielandschaften

Die kritischen Berichte zur Windkraft nehmen immer weiter zu.  Ihre Zahl ist mittlerweile sogar so groß, dass man sie allein gar nicht mehr überblicken kann. Erfreulicherweise wird die Redaktion von rotherbaron aber immer wieder von Usern auf neue Beiträge aufmerksam gemacht – vielen Dank dafür! Diese Artikel ordnen wir in regelmäßigen Abständen unter den entsprechenden Punkten unseres kleinen ABC’s des Windstromkartells ein, um sie allen Interessierten zugänglich zu machen.

Durch die große Anzahl der neuen Berichte ist allerdings zu befürchten, dass manche besonders interessante Veröffentlichungen in der Masse der Beiträge untergehen. Deshalb weisen wir seit einiger Zeit auf neuere Artikel noch einmal gesondert hin. Die letzte derartige Netzlese ist ausschließlich auf Facebook erschienen. Angesichts der zunehmenden Anzahl an Facebook-Abstinenzlern stellen wir die neue News-Liste dieses Mal auch auf rotherbaron ein. Als kleine Orientierungshilfe ist den Beiträgen jeweils ein kurzer Kommentar beigefügt.

Schöne neue Hambach-Welt

Hambach nach der Braunkohle: Renaturierung? Einrichtung von Naturparks? Vogelschutz? Maßnahmen gegen das Insektensterben? Nein: Geplant sind Industrie“landschaften“ mit ca. 700 neuen Windkraftanlagen, durchsetzt von Solarparks mit Energiemaisfeldern.

Ralph Jansen: So könnte der Tagebau Hambach nach der Braunkohle aussehen. Rhein-Erft-Rundschau, 23. Januar 2019

Wertverlust von Immobilien durch Windkraftanlagen

Laut einer Studie des Essener Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI)  beträgt der Wertverlust, den Immobilien durch nahe Windkraftanlagen erleiden, durchschnittlich sieben, im ländlichen Raum bis zu 23 Prozent.

Holger Dumke: Warum Windräder für Hausbesitzer teuer werden können. Neue Rhein/Ruhr-Zeitung, 21. Januar 2019

Gefährdung von Rotkehlchen durch Windkraftanlagen

Rotkehlchen singen in einer tieferen Frequenz, um Angreifern eine größere Statur vorzutäuschen. Dieses Verhalten wird laut einer Studie der Universität Newcastle durch den Lärm der Windkraftrotoren zurückgedrängt und führt so zu einer stärkeren Gefährdung dieser Vögel.

Technology.org: Windturbines make robins lose their main weapon – lower pitched singing. 28. Dezember 2018

Gefährdung der Wasserversorgung durch Windkraftanlagen

Der Bau von Windkraftanlagen führt zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels und zu einer Veränderung der unterirdischen Wasserläufe. Beides kann die Trinkwasserversorgung gefährden.

Vernunftkraft Odenwald: Gefährdung von Trinkwasser und Grundwasser; Juli 2017

Fehlende Effizienz der deutschen Energiepolitik

Obwohl Jahr für Jahr über die EEG-Umlage 25 Milliarden Euro in Wind- und Sonnenenergie investiert werden, betrug deren Anteil am Primärenergieverbrauch 2016 lediglich 3,1 Prozent. Auch die Kohlendioxid-Einsparungen waren mit 7,2 Prozent (im Vergleich zu 2005) äußerst gering. Ihre Wirkung ist zudem durch den EU-weiten Emissionshandel verpufft. Diesen zu fördern, europäisch zu denken, statt weiterhin auf den nationalen EEG-Alleingang zu setzen, wäre denn auch ein effektiverer Klimaschutz als die fortgesetzte Zerstörung von Natur und Landschaft im Namen einer Energiewende, die diesen Namen nicht verdient.

Joachim Weimann: Widersprüche der deutschen Klimapolitik. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Juli 2018

Verringerung des Energieertrags durch zu hohe Dichte an Windkraftanlagen

Eine zu dichte Bebauung mit Windkraftanlagen verändert laut einer Studie von Forschern des Jenaer Max-Planck-Instituts für Biogeochemie die Windströme und macht Windkraftanlagen so noch ineffektiver.

Grenzen der Windkraft: Windräder bremsen sich gegenseitig aus. Der Tagesspiegel, 25. August 2015

Zensur von Windkraftkritik

Das Amtsblatt der Gemeinde Winterlingen hat die Annahme einer Anzeige verweigert, die zu Jörg Rehmanns Film „End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert“ einlädt; Anzeigen, die zu Vorträgen über Solartechnik einladen, sind dagegen erwünscht.

Karina Eyrich: Winterlingen: Verlag verweigert Werbeanzeige. Schwarzwälder Bote, 1. Februar 2019

Tipp: Jörg Rehmann informiert auf seiner Homepage regelmäßig über Vorführungstermine zu „End of Landschaft“.

Verfassungsrechtliche Bedenken gegen das EEG

Der Verfassungsrechtler Alexander Proelß spricht von einer „ideologischen Prägung“, die die Gesetzesnormen durch das EEG erfahren hätten. Die EEG-Umlage missachtet seiner Ansicht die „finanzverfassungsrechtlichen Vorgaben des Grundgesetzes“. Ein wesentlicher Kritikpunkt von Proelß besteht darin, dass der Staat privatrechtliche Akteure de facto mit hoheitlichen Aufgaben betraut. Denn die Gelder, die ihnen durch die EEG-Umlage zufließen, sind an ganz bestimmte Verwendungszwecke gebunden. Dadurch aber werden zentrale Mechanismen privatwirtschaftlichen Handelns de facto ausgehebelt und durch ein staatsdirigistisches Modell ersetzt.

Durch die Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen führt das EEG laut Proelß zudem zu einer Benachteiligung mittelständischer Betriebe. Proelß kritisiert außerdem das realsatirische Faktum, dass das Bundesnaturschutzgesetz sich selbst „im Hinblick auf die Offshore-Windenergiegewinnung“ für den Meeresumweltschutz vorübergehend außer Kraft setzt. Problematisiert wird zudem die Zunahme staatsnaher Institute, die politisch erwünschte Ergebnisse produzieren.

Interview von Jörg Rehmann mit dem Verfassungsrechtler Alexander Proelß (25-minütiges Video); 15. September 2017

 

Bild: Energielandschaft (pixabay)

  3 comments for “Windkraft-Netzlese

  1. J. KG.
    Februar 13, 2019 um 2:04 pm

    „über die EEG-Umlage 25 Milliarden Euro in Wind- und Sonnenenergie investiert werden, betrug deren Anteil am Primärenergieverbrauch 2016 lediglich 3,1 Prozent“

    Nur weil das so in der FAZ steht (Herr J. Weimann ist mit Sicherheit kein Alt-Energie Aktivist) würde ich dem noch lange nicht trauen, die haben da wohl an Größenordnungen interpretiert und geschraubt.

    Am EEG gibt es heute sicherlich viel zu kritisieren, aber das jetzt z.B. jede WKA verteufelt wird, liegt, wie mir scheint, eher an einem modischen und nunmehr interessengruppengepushtem „Aber nicht vor MEINER Haustür“- Framing. Zu Anfang, vor etwa 15-20, waren es westfäl. und niedersächs. Gutsherrenkreise, die mit „die machen UNSERE Pferde scheu“ eine Propagandaschlacht initiierten.
    Auch hier gilt natürlich das Aufstellungskriterien der WKA dringend der Überarbeitung bedürfen (ganz abgesehen von neueren Effizienzerkenntnissen).

    Ich sehe also insgesamt eher die Problematik, das einmal in Gesetze gegossene „hehre Absichten“ (s. 100.000 Dächerprogramm ) mit der Zeit steif und brökelig werden. Dazu kommt, das im Alltag auf breitester Flur keine grundsätzlichen gesetzl. Überarbeitungen, insbes. nachdem sich einmal in dem Bereich ein Etablishment wohleingerichtet hat, vorgesehen sind.
    Energie-Revolutionen sind auch nicht ganz kostenlos

    meine `oldschool`- Infoempfehlung:
    Argumentationen & Beiträge auf YT von Herman Scheer, Mdb,
    EEG-Mitinitiator oder C.A. Fechners Dokumentarfilm
    „Die 4. Revolution“

    P.S
    Gratulation zum überaus köstlichen und in der DePresse weit
    herausstehendem Artikel „Lungenärzte für Luftverschmutzung“

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    • Februar 18, 2019 um 10:02 am

      Danke für den Kommentar und die Gratulation. Leider fällt es mir angesichts der Folgen des ungezügelten WKA-Ausbaus immer schwer, nicht ausführlich darauf zu antworten. Meine Hauptprobleme mit dem EEG sind noch nicht einmal die Kosten oder die ungenügende Effizienz, sondern die Zerstörung von Natur und Landschaft. Ich wohne selbst in einem kleinen Dorf im Mittelgebirge, das förmlich von Windkraftanlagen umzingelt wurde. Als alter Vogelschützer und Naturliebhaber hat es mich sehr geschmerzt, das die Kartografierung seltener Brutvögel wie Schwarzstorch und Rotmilan keinerlei Rolle spielten. Da wurden die Gutachten gleich von den Lobbyisten selbst erstellt. Beide Rotmilane sind mittlerweile von den WKA erwartungsgemäß erlegt worden. Auch auf sensible Waldböden, auf das Landschaftsbild wird keine Rücksicht genommen. Die Bevölkerung hat keinerlei Mitspracherecht. Die Privilegierung dieser Großanlagen hat auch Auswirkungen auf die Demokratie. Viele Menschen im ländlichen Raum, die sich der Natur verbunden fühlen, fühlen sich im wahrsten Sinne überfahren und von ihrer Umgebung entfremdet. WKA sind laute, weithin sichtbare Großindustrieanlagen aus Stahlbeton, bei deren Herstellung gewaltige Menge Energie verbraucht werden, die zur Zeit nur durch die Kohleverstromung gesichert sind (auch das gehört zur Wahrheit und schädigt die Klimabilanz von Windkraft enorm). Das, was hier im Namen des Klimaschutzes passiert ist relativ skrupelloser Industrielobbyismus, der auch dazu noch gedankenlos ist. Wir hören den ganzen Tag den Lärm der Anlagen und sehen die zerstörte Natur und müssen uns oft noch von Städtern als Nimbys beschimpfen lassen. Bedenken wie die Müllentsorgung nach Ablauf der Anlagen, Bedenken des Artenschutzes und überhaupt der Lebensqualität in einem Goßkraftwerk statt in einer Landschaft werden vom Tisch gefegt. Ehrlich gesagt, kann ich „Fachleute“ und „Experten“, die direkt aus dem Umfeld von ABO -Wind und Lobbyverbänden kommen, nicht ernst nehmen. Ich frage ja auch nicht die Autohersteller nach Abgasnormen oder die Tabakindustrie nach den Gesundheitsgefahren des Rauchens. Die Windkraft ist eine Industrie wie jede andere, bei der es in erster Linie um knallharte Wirtschaftsinteressen geht. Hierzu habe ich schon sehr viele Artikel und Argumente gesammelt: Das Windstromkartell

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  2. Februar 18, 2019 um 10:15 am

    Vielleicht noch eine Ergänzung: Gegen die Solartechnik, speziell auf Dächern, habe ich nichts. Ich finde es auch wichtig, die Kohleverstromung zu beenden. Windkraft ist bloß keine sinnvolle Lösung dazu, sondern ein zusätzliches Problem für Natur, Umwelt, die Demokratie und das Leben auf dem Land.

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