Norwegen: Balladen und Bukowski, Rock und Runen

Nordische Musikkulturen: Musikalische Sommerreise 2019, 6. Etappe

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Wie in Schweden führt auch in Norwegen die Orientierung am internationalen Markt vielfach zu einer Anpassung an die Hörgewohnheiten der globalisierten Pop-Szene. Dennoch gibt es so etwas wie einen spezifisch norwegischen Sound, der sich am ehesten als Hang zu einer gepflegten Melancholie umschreiben lässt.

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Inhalt

Rockende Elfen
Lebendige norwegische Musikszene.
Rock-Balladen und Jazz-Rock
Singer-Songwriter
Runen-Folk.
Links und Nachweise
Songs mit Übersetzungen
Kari Bremnes: Det kunne skjedd.
Dadafon: Slow Day
Wardruna: Raido

Rockende Elfen

midnight-sun-4289158_1920Tromsö … Nach meiner Ankunft in der Stadt nördlich des Polarkreises schippere ich erst einmal mit einem Kahn hinaus in den Fjord, um die Landschaft auf mich wirken zu lassen. Die Stimmung ist abendlich, auch wenn ich weiß, dass das zur Zeit der Mitternachtssonne nichts mit einem Hinübergleiten in die Nacht zu tun hat. Der alte Tag wird unmittelbar in den neuen übergehen.

Dennoch hauchen die Nebel, die sich in dünnen Schleiern über das Ufer legen, eine Spur von Abendromantik über die Stadt. Aus der Ferne sieht es so aus, als würden sie sich unmerklich bewegen, als würde sich etwas in ihnen regen. Ist das vielleicht der berühmte Tanz der Elfen, die sich jetzt, zu einer Zeit außerhalb der Zeit, im Takt der uralten Melodien des Meeres wiegen?

Da aber dringt auf einmal das Gehämmer von Bässen an mein Ohr. Die Elfen sind immer noch da, sie bewegen sich auch mit derselben filigranen Geschmeidigkeit wie zuvor. Nur gibt nun nicht mehr das Meer den Takt vor, sondern ein Tanzrhythmus, der eher an Mallorca als an Geisterreigen auf vergessenen Inseln denken lässt.

Sollten hier etwa auch die Elfen die Rock-Musik für sich entdeckt haben?

Lebendige norwegische Musikszene

Als die Pop-Gruppe A-ha in den 1980er Jahren die Welt zu erobern begann, gab das der norwegischen Musik-Szene einen enormen Auftrieb. Die Band selbst sah sich damals allerdings genötigt, von London aus zu arbeiten, weil sie in der Heimat nicht die nötige Infrastruktur für ihre Weltkarriere vorfand.norway-4252178_1920

Dies hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Im Jahr 2000 gründete die norwegische Musikindustrie mit Music Export Norway (MEN) eine spezielle Einrichtung, die – wie in den anderen nordischen Ländern auch – Musiker gezielt bei ihrem Weg auf den ausländischen Musikmarkt unterstützt, etwa mit finanziellen Hilfen für Tourneen, Marketing und Studioaufnahmen. Im Jahr 2013 ging MEN in der vom Staat geförderten Stiftung Music Norway auf (1).

Oslo ist auf diese Weise nicht mehr nur administrative Hauptstadt, sondern auch ein Zentrum der norwegischen Musikszene, wo in den Clubs die Musikküche die neusten Kreationen präsentiert. Hier findet zudem jedes Jahr Ende Februar / Anfang März das wichtige Festival by:Larm statt. Durch die Kombination mit einem Kongress der skandinavischen Musikindustrie haben junge KünstlerInnen dabei die Möglichkeit, sich nicht nur dem Publikum zu präsentieren, sondern auch nach einem passenden Musiklabel Ausschau zu halten (2).

Allerdings ist Oslo längst nicht mehr das einzige Musikzentrum des Landes. Während vor einigen Jahren junge MusikerInnen noch extra nach Oslo gereist sind, um ihr Demo-Material mit Hauptstadt-Stempel verschicken zu können, gibt es heute auch in anderen Regionen Norwegens lebendige Musikszenen. In Trondheim bietet das Festival Trondheim Calling eine Bühne für Newcomer-Bands (3), und Bergen im Südwesten Norwegens gilt mittlerweile sogar als heimliche Musikhauptstadt des Landes.

Die Internationalen Festspielwochen, die jedes Jahr zwischen Ende Mai und Anfang Juni in Bergen stattfinden und sich über 15 Tage erstrecken, gelten als wichtigstes kombiniertes Musik- und Theaterfestival Nordeuropas. Daneben gibt es in der Stadt eine Reihe weiterer Festivals, u.a. das Nattjazz, eine Nacht des Jazz, ein Festival für Barockmusik und mehrere Festivals für Gegenwartsmusik und aktuelle Musiktrends, darunter das Eggstockfestival für neue Bands (4). Für die Vielzahl von Musikerkarrieren, die in der Bergener Festivalszene ihren Anfang genommen haben, ist sogar ein eigener Begriff kreiert worden: Mit der „Bergen-Welle“ bezeichnet man die Flut neuer Musik, die regelmäßig von dort auf das Land einströmt (5).

Die große musikalische Kreativität, die sich hier Bahn bricht, hat ihre Ursache zunächst in der Förderung der musikalischen Grundbildung, der man in Norwegen – wie allgemein in den nordischen Ländern – großes Gewicht beimisst. Darüber hinaus werden junge Musikschaffende bei ihren ersten Karriereschritten aber auch gezielt unterstützt. So wurden nach schwedischem Vorbild von den Kommunen geförderte Proberäume eingerichtet, in denen angehende Bands die nötige technische Infrastruktur vorfinden und auf Wunsch auch professionelle Beratung für ihre musikalischen Experimente erhalten können. Selbst im kleinen Tromsø im äußersten Norden Norwegens führte die musikalische Goldgräberstimmung zur Schaffung des Amtes eines Rock-Beauftragten, als Koordinierungsstelle für die Arbeit in den „Rock-Factories“ und die anderen kommunalen Aktivitäten in diesem Bereich (6).

Rock-Balladen und Jazz-Rock

Die norwegische Musikszene weist einige Gemeinsamkeiten mit der Schwedens auf (vgl. die erste Etappe dieser Musikreise). Wie im Nachbarland führt auch in Norwegen die Orientierung am internationalen Markt dazu, dass Pop- und Rock-Songs überwiegend auf Englisch gesungen werden und sich dabei auch musikalisch den Hörgewohnheiten der globalisierten Pop-Szene annähern. Allerdings ist dabei stellenweise dennoch ein spezifisch norwegischer Sound herauszuhören. Offensichtlich gibt es in Norwegen so etwas wie einen Hang zu einer gepflegten Melancholie.

fjord-3993190_1920Beispiele hierfür sind etwa Songs wie Majesty von Madrugada oder Too many days von Maria Solheim, die bereits im „Präludium“ zu dieser Musikreise erwähnt wurden. Ohrwurmverdächtige Rock-Balladen gibt es daneben auch von der 2005 aufgelösten Band Midnight Choir (u.a. Jeff Bridges oder Mercy of Maria; 7) sowie der Musikformation Mount Washington (früher nur Washington) aus Tromsø. Rune Simonsen, der Gitarrist und Sänger der Band, bestreitet zwar, dass die raue norwegische Natur und die lange Dunkelheit im Winter bei norwegischen Menschen zu einer besonderen emotionalen „Düsternis“ führten. Einen gewissen Einfluss der Winternächte auf die Musik erkennt allerdings auch er an, wenn auch eher im Sinne einer gewohnheitsmäßigen Tendenz: „Es ist natürlich für uns, dunklere Musik zu machen. Wir machen keinen kalifornischen Pop“ (8).

Songs wie Landslide von Mount Washington (9) sind denn auch keineswegs „schwere Kost“. Der elegisch angehauchte Sound erinnert eher an Bands wie Travis und eignet sich durchaus auch als Begleitmusik fürs gemütliche Rotwein-Philosophieren mit Freunden.

Daneben gibt es in Norwegen jedoch auch eine lebendige Dream-Pop- und Psychedelic-Szene, deren Musik eher fürs Tagträumen und die sommerliche Hängematten-Meditation taugt. Beispiele hierfür sind die Band Línt (10) oder auch das Duo Misty Coast (11), die beide aus Bergen stammen.

Einen gänzlich anderen Musikstil vertritt die Band Dadafon. Das 1995 zunächst unter dem Namen Coloured Moods in Trondheim gegründete Musikprojekt um Sängerin Kristin Asbjørnsen verbindet Jazz-Rock mit Folk-Elementen. Allerdings ist auch hier nicht selten eine melancholische Grundierung der Musik zu spüren. Besonders auffallend ist dies bei einigen Songs aus dem Album Factotum (2006), die den Soundtrack zu dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2005 geliefert haben. Der Film, den der US-Amerikaner Jim Stark zusammen mit dem norwegischen Regisseur Bent Hamer realisiert hat, ist eine Adaption des Romans Factotum (1975) von Charles Bukowski. Die Handlung ist zwar in der Gegenwart angesiedelt, spielt aber dennoch auf die rastlosen frühen Jahre des Schriftstellers an.

Diesen Bukowski-Bezug greifen auch mehrere Stücke des Soundtracks auf, für den Asbjørnsen und ihre Band Gedichte Bukowskis vertont haben. Ein Beispiel dafür ist der Song Slow Day, bei dem es sich um einen Ausschnitt aus Bukowskis Werk Wind the Clock („die Uhr aufziehen“ / „Zieh die Uhr auf“) handelt. Das von einem melancholisch-gelangweilten Dahindämmern an einem trüben Tag handelnde Gedicht harmoniert gut mit dem schleppenden Gesang, der leicht rauchigen Jazz-Stimme Asbjørnsens und den Cello-Klängen, von denen sie in der Gedichtvertonung untermalt wird.

Singer-Songwriter

Wie in Schweden ist das Englische auch in Norwegen vor allem in der Pop- und Rock-Musik das bevorzugte Idiom. In anderen Bereichen überwiegt dagegen das Norwegische. Dies gilt auch für den Singer-Songwriter-Bereich. Wenn Lillebjørn Nilsen in God nat Oslo die Vielfalt des Lebens in der norwegischen Hauptstadt besingt, so greift er dafür selbstverständlich auf seine Muttersprache zurück (12).

Aber auch bei anderen Liedermachern der alten Schule, die noch ganz klassisch mit norway-2775829_1920Gitarre im Arm vor ihr Publikum treten, unterstützt die heimische Sprache eher den intimen Gesangsvortrag. So verwendet Halvdan Sivertsen auch dann das Norwegische, wenn er – wie in Kjærlighetsvisa – die Liebe besingt (13). In seinen politischeren Liedern hilft die Muttersprache den Zuhörern dabei, den Text stärker auf ihren eigenen Alltag zu beziehen. Dies gilt etwa für das Lied Sommerfuggel i vinterland („Schmetterling im Winterland“), eine Hymne auf die Willkommenskultur und die Bereicherung, die Flüchtlinge für die heimische Gesellschaft darstellen können (14).

Ebenfalls um Flüchtlingsschicksale kreist das Lied Det kunne skjedd („Es hätte geschehen können“) von Kari Bremnes. Die auf den Lofoten aufgewachsene Singer-Songwriterin thematisiert darin die schwer zu ertragende Tatsache, dass heute vor allem der Zufall darüber entscheidet, ob ein vor Hunger, Krieg und Vertreibung Fliehender einen sicheren Hafen erreicht.

Die Lieder von Bremnes, die in ihrer Musik klassische Instrumente mit elektronischen Sound-Elementen verknüpft (15), sind auch sonst oft politisch engagiert. So besingt sie etwa in Rim sin stemme („Rims Stimme“) das Schicksal der 2018 verstorbenen palästinensischen Singer-Songwriterin Rim Banna, die nach einer Stimmbandlähmung ihr wichtigstes Mittel im Kampf für die Rechte ihres Volkes verloren hatte: ihre Stimme.

Das Thema der weiblichen Emanzipation steht im Mittelpunkt des 1998 erschienenen Konzeptalbum Svarta Bjørn („Schwarze Bärin“), in dem Bremnes in zehn Liedern das Leben von Anna Rebekka (Rebecka) Hofstad beleuchtet. Diese war Ende des 19. Jahrhunderts als Köchin in die männlich dominierte Welt der Bahnarbeiter vorgedrungen, die seinerzeit unter oft schwierigen Bedingungen die Gleise für die schwedisch-norwegische Erzbahn verlegen mussten.

Runen-Folk

Auch in Liedern, die um altnordische Sagen und Mythen kreisen, ist das Englische nicht die erste Wahl. Allerdings wird hier nicht unbedingt auf Norwegisch gesungen. Zuweilen kommen auch andere nordische Sprachen zum Einsatz. Entscheidend ist, dass der Klang der Sprache zu den thematisierten Götterwelten und Heldensagennature-219427_1920 passt.

Auch diese spezielle Art von Folk-Musik ist freilich nicht frei von Klischees und Stereotypen. Wo die am internationalen Markt orientierte Pop-Musik den Gefahren der immer gleichen, computergenerierten Klangschleifen und Textbausteine ausgesetzt ist, verirren auf die nordische Mythologie bezogene Lieder und Liedermacher sich leicht im Zauberwald der Elfen und Trolle. Dem lässt sich nur mit Hilfe eines durchdachten Konzepts begegnen, das die nordischen Motive nicht aus Gründen der Publikumswirksamkeit aufgreift, sondern damit ein bestimmtes, genau umrissenes künstlerisches Ziel verfolgt.

Eben diesen Weg beschreitet das Musikprojekt Wardruna um Einar Selvik (Künstlername Kvitrafn), den ehemaligen Schlagzeuger der Black-Metal-Band Gorgoroth. Ziel von Wardruna ist es, die in der germanischen Runenreihe Futhark verborgene spirituelle Kraft zum Leben zu erwecken. Dafür sind auf drei zwischen 2009 und 2016 erschienenen Alben jeweils acht der insgesamt 24 Runen als eine Art meditative Basis für musikalische Kreationen genutzt worden. So kreist etwa das Lied Raido um die fünfte Rune des älteren, allen germanischen Stämmen gemeinsamen Futharks. Entsprechend der Bedeutung der Rune („Reiten“/“Ritt“) thematisiert das Lied die Metaphorik des Reitens und die besondere Beziehung zwischen Reiter und Pferd.

Links und Nachweise

(10) Infos zu Línt auf besser-nord-als-nie.net: Klanglandschaften aus Norwegen; Beitrag von Katharina, gepostet am 11. November 2016 (Besser Nord als Nie! Das Online-Magazin für Nordeuropa und Skandinavien); Hörbeispiel: Línt: Perfect Motion Picture (2013).

(11) Hörbeispiel aus dem Debüt-Album des Duos (Misty Coast, 2017): Heavy head on a body. Zu dem neusten, in Berlin entstandenen Album von Misty Coast (Melodaze, 2019) vgl. die Review auf guteshoerenistwichtig.wordpress.com: Wintersonnenschein: Misty Coast – Melodaze; speziell zu dem vorab veröffentlichten Song Eleven months: Freedman, Max: Misty Coast (NO): „Eleven Months; nordicspotlight.com, 12. Oktober 2018 (mit Link zum Videoclip).

(12) Lillebjørn Nilsen: God nat Oslo (1982); Liedtext mit englischer Übersetzung.

(13) Halvdan Sivertsen: Kjærlighetsvisa (1979); Liedtext mit englischer Übersetzung.

(14) Ders.: Sommerfuggel i vinterland (1987); Liedtext mit englischer Übersetzung.

(15) Mehr Infos zu Kari Bremnes in Hennig, Toni: Ein poetisches Werk, das den Stimmlosen eine Stimme gibt; laut.de, 19. Januar 2018 [Review zu Det vi har].

Songs mit Übersetzungen

Kari Bremnes: Det kunne skjedd

aus: Det vi har (2017)

Liedtext mit englischer Übersetzung

Übersetzung:

Es hätte geschehen können

Es hätte geschehen können,
es musste geschehen,
es geschieht jetzt
irgendwo anders.
Es kann geschehen
zu einer anderen Zeit
etwas weiter weg von hier
oder ganz in deiner Nähe.

Für irgendjemanden ist es geschehen,
aber du hast es verpasst,
weil du als Letzter gegangen bist,
weil du als Erster gegangen bist.
Du hattest Glück,
so viel Glück,
weil du der Kleinste warst,
weil du der Größte warst.

Du bist nach links gegangen,
Gott sei Dank,
weil die Sonne hoch am Himmel stand,
weil es geregnet hat.
Du bist nach rechts gegangen,
du hattest Glück,
weil du wach warst,
weil du geschlafen hast.

Du hattest Glück,
dir hat jemand geholfen,
ein Boot kam zur rechten Zeit,
eine Straßenbahn kam zur rechten Zeit.
Du warst allein,
du hast Leute getroffen,
du hast dich nicht bewegt,
du bist gelaufen und gelaufen.

Ein kleiner Strohhalm,
den du erhaschen konntest,
das war deine große Chance,
wirklich:
ein kleiner Strohhalm,
der an dir vorbeigeglitten ist,
ein kleiner Strohhalm,
und du warst frei.

Dadafon: Slow Day

aus: Love Lost Chords (2005); auch auf Factotum (Soundtrack zum gleichnamigen Film; 2006)

Liedtext (aus dem Gedicht Wind the clock von Charles Bukowski)

Freie Übertragung:

Ein träger Tag

Nur ein träger Tag,
der übergeht in eine träge Nacht …
Es ist ganz egal, was du tust.

Ein träger Tag,
der übergeht in eine träge Nacht …
Es ist ganz egal,
ganz egal, was du tust.

Alles bleibt, wie es ist.
Die Katzen ruhn, die Hunde schweigen.
Alles bleibt, wie es ist.
Sogar der Tod hat Pause.

Ein langes Warten an einem trägen Tag,
der übergeht in eine träge Nacht …
Es ist ganz egal, was du tust.

Ein träger Tag,
der übergeht in eine träge Nacht …
Es ist ganz egal,
ganz egal, was du tust.

Alles bleibt, wie es ist.
Noch nicht einmal das Wasser hörst du fließen.
Alles bleibt, wie es ist.
Starr stehn die Wände, keine Tür geht auf.

Ein langes Warten an einem trägen Tag,
der übergeht in eine träge Nacht,
als gäbe es kein Morgen.

Nur ein träger Tag,
der übergeht in eine träge Nacht …
Es ist ganz egal,
ganz egal, was du tust.

Ein träger Tag,
der übergeht in eine träge Nacht …
Es ist ganz egal, was du tust.

Ein träger Tag,
der übergeht in eine träge Nacht,
als würde der Morgen,
der Morgen niemals kommen.

Und wenn er kommt,
wenn er am Ende doch kommt,

geht nur das verdammte Warten von vorne los.

Wardruna: Raido

aus: Runaljod – Ragnarok (2016)

Liedtext mit Übersetzungen in mehrere Sprachen

Freie Übertragung:
 
Raido (Reiten / Der Ritt)

Schwarzes Gewölk verdüstert meinen Geist.
Die Ferne lockt, die Sehnsucht pocht in mir.
Trägst du mich fort von hier,
weit fort von hier?

Treuer Gefährte, ich verspreche dir
duftende Säcke, angefüllt mit dem Gold der Felder!
Nur trage mich fort,
fort auf den Schwingen des Windes,
fort, weit fort von hier,
Raido!

Es ruht der Sturm in mir, es fliegt der Geist
im Rhythmus deiner Hufe.
Dein Herz verschmilzt mit meinem,
du schenkst die Freiheit mir im wilden Ritt,
Raido!

Im Flug zur Ferne habe, treuer Gefährte!
unsre Kräfte ich erschöpft.
Schön ist im Sattel der Galopp –
den Träger wird er bald erschöpfen,
Raido,
Raido!

Und doch wird der Ritt auf dir
mich weiter tragen, so viel weiter!
Denn wir sind eins,
aneinander gefesselt,
ineinander verstrickt.
Durch unsre Bande
binden wir die ganze Welt
im rastlosen Reisen an uns.

Wenn du mich trägst,
trägst du uns beide in die Ferne.
Denn wir sind eins,
aneinander gekettet,
ineinander verstrickt.
Durch unsre Bande
binden wir die ganze Welt
im rastlosen Reisen an uns.

 

Bildnachweis:
Pixabay: Titel: Noel Bauza: Fjord, Norwegen
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  4 comments for “Norwegen: Balladen und Bukowski, Rock und Runen

  1. August 18, 2019 um 12:59 pm

    Ein toller Bericht!
    Dankeschön für’s Zeigen und Präsentieren…
    Herzliche Grüße vom Lu

    Gefällt 1 Person

  2. Rena S.
    August 25, 2019 um 10:15 am

    Wundervoll!!! Vielen Dank. Interessante Zusammenhänge und gute Musiktipps. Wardruna: Ich bin ein Fan geworden.

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